In wirtschaftlich schwierigen Zeiten stören berufsbedingte und finanzielle Probleme zunehmend die Harmonie innerhalb der Ehe oder den Familienfrieden. Eine ehrliche und regelmäßige Kommunikation sollte deshalb oberstes Gebot bleiben. Oftmals enden solche Gespräche aber im Streit. Schlimmstenfalls führen sie sogar zu körperlicher und seelischer Gewalt. Bereits bei den ersten Anzeichen sollte man zwingend über eine Eheberatung oder Paartherapie nachdenken, denn eine Scheidung oder Trennung streben nur die wenigsten Paare an.

Nicht selten ist auch eine vollkommen streitlose Beziehung/Ehe ein deutliches Zeichen für die Unzufriedenheit eines bzw. beider Partner.
Werden Meinungsverschiedenheiten nie miteinander ausdiskutiert oder offen auf den Punkt gebracht, liegt der Verdacht nahe, dass mindestens ein Partner diesen Problemen bewusst aus dem Weg geht. Die eigenen Bedürfnisse und Wünsche rücken immer mehr in den Hintergrund, nur um bloß keinen Streit zu entfachen. Eine Selbstverwirklichung findet so gut wie nicht mehr statt und so kommt es früher oder später zum sogenannten großen Knall, wobei alle Unstimmigkeiten gleichzeitig ausbrechen wollen und Trennungsabsichten meist die Folge sind. In einer professionellen Paartherapie kann man, mit Hilfe einer ausgebildeten Fachkraft, diese Folgeerscheinungen vorsorglich vermeiden und die Ursachen nachhaltig bekämpfen.

Weitere, deutliche Anzeichen sind rasant ansteigende Interessenkonflikte. Diese können zum Beispiel bei der Urlaubsplanung oder bei der Freizeitgestaltung auftreten. Haben gemeinsame Unternehmungen nur noch Seltenheitswert oder finden gar nicht mehr statt, spricht man meist vom Auseinanderleben. Ein ausschließliches Miteinander, nur um den Partner zu gefallen, führt schlussendlich zur psychischen Belastung und kann unter Umständen mit schweren Depressionen enden.

Nicht zuletzt spielt auch die Sexualität eine bedeutende Rolle. Das gilt für hetero- und homosexuelle Beziehungen gleichermaßen. Werden erotische Aktivitäten mit dem Ehepartner oder Lebensgefährten mehr und mehr zum Pflichtprogramm, weil die eigenen Wünsche kaum noch Beachtung finden, kommt schnell der Gedanke ans Fremdgehen auf. Der Wunsch nach Auslebung gewisser Vorlieben beim Sex drängt sich immer mehr in den Vordergrund und somit ist die Instabilität der eigenen Partnerschaft unweigerlich vorprogrammiert. Häufig zeigt sich dieses Phänomen nach dem ersten Kind. Eine rechtzeitige Eheberatung nimmt sich frühzeitig dieser Problematik an. Diskret und einfühlsam werden die Neigungen der jeweiligen Partner analysiert. Bei langjährigen Beziehungen lohnt sich ein Rückblick auf die Anfangszeiten der Partnerschaft, denn damit werden schöne Erinnerungen wachgerüttelt und wiederbelebt.

Bevor man sich letztendlich für eine Paartherapie entscheidet, sollte grundsätzlich das Gespräch miteinander oder innerhalb der Familie gesucht werden. Fruchten diese Versuche nicht oder führen zu weiteren Konflikten, ist der rechtzeitige Weg zur Eheberatungsstelle ein nicht zu verachtender Schritt zur Rettung der Beziehung und zur Wiederherstellung von Harmonie und Zufriedenheit beider Partner.

Bei Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen sollte man zusätzliche, fachspezifische Beratungen wahrnehmen, denn eine Paartherapie kann hierbei bestenfalls unterstützend wirken, aber nicht heilen.