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	<title>Eheberatung - Paartherapie - Verzeichnis&#187; Eheberater-Paartherapeuten-Verzeichnis</title>
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	<description>Artikelverzeichnis und Linkkatalog für Deutschland, Österreich und Schweiz</description>
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		<title>Haben wir noch eine Chance?</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 12:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henning Matthaei</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beratung]]></category>

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		<description><![CDATA[In wirtschaftlich schwierigen Zeiten st&ouml;ren berufsbedingte und finanzielle Probleme zunehmend die Harmonie innerhalb der Ehe oder den Familienfrieden. Nicht selten ist auch eine vollkommen streitlose Beziehung/Ehe ein deutliches Zeichen f&uuml;r die Unzufriedenheit eines bzw. beider Partner...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In wirtschaftlich schwierigen Zeiten st&ouml;ren berufsbedingte und finanzielle Probleme zunehmend die Harmonie innerhalb der Ehe oder den Familienfrieden.</strong> Eine ehrliche und regelm&auml;&szlig;ige Kommunikation sollte deshalb oberstes Gebot bleiben. Oftmals enden solche Gespr&auml;che aber im Streit. Schlimmstenfalls f&uuml;hren sie sogar zu k&ouml;rperlicher und seelischer Gewalt. Bereits bei den ersten Anzeichen sollte man zwingend &uuml;ber eine Eheberatung oder Paartherapie nachdenken, denn eine Scheidung oder Trennung streben nur die wenigsten Paare an.<br />
<strong><br />
Nicht selten ist auch eine vollkommen streitlose Beziehung/Ehe ein deutliches Zeichen f&uuml;r die Unzufriedenheit eines bzw. beider Partner. </strong>Werden Meinungsverschiedenheiten nie miteinander ausdiskutiert oder offen auf den Punkt gebracht, liegt der Verdacht nahe, dass mindestens ein Partner diesen Problemen bewusst aus dem Weg geht. Die eigenen Bed&uuml;rfnisse und W&uuml;nsche r&uuml;cken immer mehr in den Hintergrund, nur um blo&szlig; keinen Streit zu entfachen. Eine Selbstverwirklichung findet so gut wie nicht mehr statt und so kommt es fr&uuml;her oder sp&auml;ter zum sogenannten gro&szlig;en Knall, wobei alle Unstimmigkeiten gleichzeitig ausbrechen wollen und Trennungsabsichten meist die Folge sind. In einer professionellen Paartherapie kann man, mit Hilfe einer ausgebildeten Fachkraft, diese Folgeerscheinungen vorsorglich vermeiden und die Ursachen nachhaltig bek&auml;mpfen.</p>
<p><strong>Weitere, deutliche Anzeichen sind rasant ansteigende Interessenkonflikte. </strong>Diese k&ouml;nnen zum Beispiel bei der Urlaubsplanung oder bei der Freizeitgestaltung auftreten. Haben gemeinsame Unternehmungen nur noch Seltenheitswert oder finden gar nicht mehr statt, spricht man meist vom Auseinanderleben. Ein ausschlie&szlig;liches Miteinander, nur um den Partner zu gefallen, f&uuml;hrt schlussendlich zur psychischen Belastung und kann unter Umst&auml;nden mit schweren Depressionen enden.</p>
<p><strong>Nicht zuletzt spielt auch die Sexualit&auml;t eine bedeutende Rolle. </strong>Das gilt f&uuml;r hetero- und homosexuelle Beziehungen gleicherma&szlig;en. Werden erotische Aktivit&auml;ten mit dem Ehepartner oder Lebensgef&auml;hrten mehr und mehr zum Pflichtprogramm, weil die eigenen W&uuml;nsche kaum noch Beachtung finden, kommt schnell der Gedanke ans Fremdgehen auf. Der Wunsch nach Auslebung gewisser Vorlieben beim Sex dr&auml;ngt sich immer mehr in den Vordergrund und somit ist die Instabilit&auml;t der eigenen Partnerschaft unweigerlich vorprogrammiert. H&auml;ufig zeigt sich dieses Ph&auml;nomen nach dem ersten Kind. Eine rechtzeitige Eheberatung nimmt sich fr&uuml;hzeitig dieser Problematik an. Diskret und einf&uuml;hlsam werden die Neigungen der jeweiligen Partner analysiert. Bei langj&auml;hrigen Beziehungen lohnt sich ein R&uuml;ckblick auf die Anfangszeiten der Partnerschaft, denn damit werden sch&ouml;ne Erinnerungen wachger&uuml;ttelt und wiederbelebt.</p>
<p><strong>Bevor man sich letztendlich f&uuml;r eine Paartherapie entscheidet, sollte grunds&auml;tzlich das Gespr&auml;ch miteinander oder innerhalb der Familie gesucht werden.</strong> Fruchten diese Versuche nicht oder f&uuml;hren zu weiteren Konflikten, ist der rechtzeitige Weg zur Eheberatungsstelle ein nicht zu verachtender Schritt zur Rettung der Beziehung und zur Wiederherstellung von Harmonie und Zufriedenheit beider Partner.</p>
<p><strong>Bei Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen sollte man zus&auml;tzliche, fachspezifische Beratungen wahrnehmen, denn eine Paartherapie kann hierbei bestenfalls unterst&uuml;tzend wirken, aber nicht heilen.</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Strukturen im Wandel – Verst&#228;ndnis entwickeln Familien- und Organisationsaufstellungen</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 16:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hermann Seiberth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Methoden]]></category>

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		<description><![CDATA[Akademie-Vaihingen e.V. Eva Kleber, Hermann Seiberth ver&#246;ffentlicht in der Zeitschrift ERZIEHUNGSKUNST, Heft 6 vom 15.02.2006 Strukturen im Wandel – Verst&#228;ndnis entwickeln Familien- und Organisationsaufstellungen Die systemische Strukturaufstellung – ein Instrument f&#252;r Waldorfschulen? In der Akademie-Vaihingen wird seit 1998 ein um geisteswissenschaftliche Grundlagen erweiterter Ansatz der systemischen Familientherapie und Organisationsentwicklung praktiziert. Die Erweiterung besteht in einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Akademie-Vaihingen e.V.                                </strong></p>
<p>Eva Kleber, Hermann Seiberth</p>
<p> ver&ouml;ffentlicht in der Zeitschrift ERZIEHUNGSKUNST, Heft 6 vom 15.02.2006</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Strukturen im Wandel </strong><strong> – Verst&auml;ndnis entwickeln Familien- und Organisationsaufstellungen           </strong><strong> </strong></p>
</p>
<p>Die systemische Strukturaufstellung – ein Instrument f&uuml;r Waldorfschulen?</p>
<p>In der Akademie-Vaihingen wird seit 1998 ein um geisteswissenschaftliche Grundlagen erweiterter Ansatz der systemischen Familientherapie und Organisationsentwicklung praktiziert. Die Erweiterung besteht in einer dem modernen, wachen Selbstbewusstsein wesensgem&auml;&szlig;en Aufstellungsform, verbunden mit rituellen Elementen. Im Mittelpunkt der anthroposophisch begr&uuml;ndeten systemischen Aufstellungen steht die Unterst&uuml;tzung des bewussten Gewahrwerdens bislang unbewusster Verhaltensmuster mit dem Ziel der bewussten Ver&auml;nderung. Der Aufstellungsarbeit wird h&auml;ufig unterstellt, sie agiere unterhalb der Bewusstseinsschwelle, in einem magisch-mythischen Bewusstseinszustand. Das ist ein Missverst&auml;ndnis. Die Aufstellungsarbeit vom geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus fordert notwendig die Erweiterung um die Begriffsmuster des &Auml;therisch-Astralischen, von Reinkarnation und Karma, von Alltags-Ich, H&ouml;herem Ich und Doppelg&auml;nger, von Hierarchien und Liebekr&auml;ften, von Wesenselementen der Organisation, von Licht- und Schattenkr&auml;ften, vom Genius einer Organsiation. Das wachbewu&szlig;te Ich ist angesprochen und aufgefordert zu erfahren: Anerkennen, was ist.<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn1">[1]</a></p>
<p>Gepr&auml;gte Form – die lebend sich entwickelt</p>
<p>Die vom Familiensystem erworbenen pers&ouml;nlichkeitsbildenden Pr&auml;gungen wirken bereits &uuml;ber den Vererbungsstrom. <em>„Wenn sich ein Mensch inkarniert, kommt er aus der devachanischen Welt herunter und bildet sich seine astralische Sph&auml;re nach der Eigenart seiner Individualit&auml;t. Dieser eigenen astralischen Sph&auml;re mischt sich etwas bei aus dem, was den astralischen Leibern, den Trieben, Leidenschaften und Begierden der Eltern eigen ist, so dass dadurch der Mensch das mitbekommt, was seine Vorfahren erlebt haben“</em> (Rudolf Steiner, Vortrag vom 8.12.1908<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn2"><sup><sup>[2]</sup></sup></a>). Zum Vererbungstrom hinzu tritt die Indoktrination des Sozialisationsgeschehens in Kindheit und Jugend.</p>
<p>Die in der Familie von Generation zu Generation weiter gegebenen seelischen Gewohnheitsgesten des Familiensystems werden dabei erlernt. Ganz unbewusst nimmt  das Kind mit seiner Individualit&auml;t die Gewohnheiten,  Haltungen und Begr&uuml;ndungen f&uuml;r die moralischen und religi&ouml;sen Vorstellungen ntsprechend der &auml;therisch-astralischen Organisation der Familie in der Erziehung auf. Sie werden im physischen Leib und im &Auml;therleib eingepr&auml;gt. Diese Pr&auml;gungen geben dem Kind und dem sp&auml;teren Erwachsenen Sicherheit.</p>
<p>Die gebildeten Gewohnheiten werden zur selbstverst&auml;ndlichen Lebensgrundlage. Das Heraustreten aus solchen Pr&auml;gungen verunsichert.</p>
<p>Wahrnehmen – Erkennen &#8211; Ver&auml;ndern</p>
<p>Immer wieder &uuml;berrascht bei Aufstellungen das Ausma&szlig; der verhaltenspr&auml;genden Anteile von generations&uuml;bergreifenden Gewohnheitsmusterndes Familien- oder Organisationssystems. In der Entwicklungspsychologie sind solche Pr&auml;gungen, die kulturelle, volksm&auml;ssige Muster einschlie&szlig;en, umfangreich belegt.<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn3">[3]</a> Ein erster Versuch, das  in der Aufstellung Wirksame menschenkundlich zu begr&uuml;nden, findet sich bei Kleber/Seiberth 2002/2003. <a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn4">[4]</a> </p>
<p>Das Erkennen der das Verhalten pr&auml;genden, im Unbewu&szlig;ten wirkenden Gewohnheiten ist die Grundlage f&uuml;r das bewusste Ergreifen und Er&uuml;ben neuer, gewollter Verhaltensweisen. Durch die Aufstellungsarbeit entsteht liebevolles Verst&auml;ndnis f&uuml;r Gewohnheitsgesten, f&uuml;r Gegebenes, f&uuml;r das So-Sein des Menschenbruders, f&uuml;r die Eltern, f&uuml;r die Eigenart einer Individualit&auml;t. Ein unmittelbares, spontanes Verstehen ereignet sich, befreit, verzeiht und l&auml;sst Lebendigkeit entstehen. Der reine Tor ger&auml;t ins Blickfeld, durch Mitleid wissend.</p>
<p>Wie bildet sich Verstehen?</p>
<p>Die Begegnung als Aufwacherlebnis (Athys Floride): das Ansto&szlig;en an den Gewohnheitsgesten des Kollegen oder des Kindes ist gew&ouml;hnlich Ursache von Konflikten. Im Aufstellungsgeschehen werden wir wie das ganz kleine Kind, das sich in eine Familie hineinstellt. In der Aufstellung „stellt“ sich der Stellvertreter ebenso unbefangen, jedoch im Gegensatz zum kleinen Kind nun mit Bewusstsein in das Kraftfeld eines sozialen Organismus und spricht das Erfahrene aus. Daran sind alle Sinne beteiligt. Unsere Sinne haben einen &auml;u&szlig;eren und einen inneren Aspekt. Tast-, Lebens- Bewegungs- und Gleichgewichtssinn vermitteln nicht nur Au&szlig;enwelt-Sachverhalte, sondern intiuitiv auch seelische Qualit&auml;ten. Der Geruch-, Geschmack-, Seh- und W&auml;rmesinn nach innen gerichtet erlaubt uns, empfindend wahrzunehmen und imaginativ F&ouml;rderliches und Hinderndes, Sympathisches und Antipathisches zu erkennen. Der Geh&ouml;r-, Sprach-, Gedanken- und Ich-Sinn lassen &#8211; nach innen gerichtet – inspirativ das Wesenhafte des Wahrgenommenen erkennen, eines Menschen, einer Struktur, einer Organisation. Durch die Arbeit mit dem inneren Aspekt der Sinne werden empathische F&auml;higkeiten geschult. Sind sie entwickelt, werden Aufstellungen entbehrlich.</p>
<p>Die repr&auml;sentierende Wahrnehmung</p>
<p>Das in der Aufstellung Erfahrene erm&ouml;glicht und hilft, Verst&auml;ndnis zu entwickeln f&uuml;r Verhaltensweisen, bisher Verdr&auml;ngtes anzunehmen, Erlebtes zu Verzeihen und den Verwandlungswillen zu entz&uuml;nden. Der Stellvertreter und der Aufstellende selbst sind gleichermassen involviert.  Der Stellvertreter hat dabei die Rolle des objektiven, rep&auml;sentierenden Mitwirkenden. Er stellt seine Wahrnehmungsf&auml;higkeit zur Verf&uuml;gung. Mit der „repr&auml;sentierenden Wahrnehmung“ wird die grundlegende menschliche F&auml;higkeit bezeichnet, die Erfahrungen anderer Menschen innerlich nachzuvollziehen und k&ouml;rperlich wie gef&uuml;hlshaft zu »wissen«, ohne zuvor dar&uuml;ber informiert zu sein.<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn5">[5]</a></p>
<p>Ich bin so frei &#8211; Wie frei sind wir?</p>
<p>Der anthroposophische Zugang zu den Lebensr&auml;tseln des Menschen wird im Aufstellungserlebnis bereichert um das Erkennen, wie stark die im &auml;therisch-astralen Organismus des Bezugssystems wirksamen Gewohnheiten das Verhalten des Einzelnen und von Gruppen pr&auml;gen und soziale Formen gestalten.  Der &Auml;therorganismus ist Tr&auml;ger der formbildenden Kr&auml;fte, die die gebildeten Lebensgewohnheiten zur selbstverst&auml;ndlichen Lebensgrundlage werden lassen. Dazu geh&ouml;ren Gewohnheiten wie Sprach-, Schlaf-, und Essgewohnheiten, Schnelligkeit-Langsamkeit, Temperament, &Auml;ngstlichkeit, Unsicherheit-Sicherheit, Liebensw&uuml;rdigkeit-Abf&auml;lligkeit, N&auml;he-Distanz-Verhalten, ect. F&uuml;r den Tr&auml;ger solcher familienspezifischer Merkmale sind die jeweiligen Eigenschaften ebenso selbstverst&auml;ndlich wie verhaltenspr&auml;gend.</p>
<p>Was wird durch das Aufstellen bewirkt?</p>
<p>Unbemerkt und unbewusst, daf&uuml;r umso wirksamer beeinflussen und gestalten die im Untergrund der menschlichen Seele wirkenden Gewohnheiten das Leben von Generationen. Das damit verbundene Seelendrama wird in der Erlebnisebene, dem wahrnehmenden Denken und dem Ich-Bewusst-sein erfahrbar. Der Aufstellende erlebt unmittelbar und intensiv, wie in einem guten Theaterdrama ergriffen den Spiegel seiner Innenwelt, in dem seine Familien- oder Kollegiumssituation im Aufstellungsgeschehen abgebildet wird. Unbewu&szlig;t gelebte Verhaltensweisen, Kr&auml;ftekonfigurationen und Dynamiken werden sichtbar und erlebbar. In der anschauenden Distanz k&ouml;nnen neue Impulse entstehen, sich aus erkannten Bindungen befreien zu wollen. Die Aufstellenden nehmen die Erlebnisse dankbar an, die ihnen bisher wie im Nebel verborgen waren. Das ungesehene Treiben im Schicksalsweben wird unterbrochen und seiner Macht teilweise enthoben. Wie wenn ein zuvor mit dicken Vorh&auml;ngen verhangen gewesenes Fenster aufgemacht w&uuml;rde und frische Luft und Licht hereinkommt. Ordnung wird dadurch im Zimmer nicht von alleine entstehen, jedoch wird deutlich, welche Handgriffe n&ouml;tig sind. Auch gravierende Entdeckungen bewirken im ehrlichen Anschauen  Aufatmen und tiefes Verst&auml;ndnis f&uuml;r das Ringen des Menschenbruders.</p>
<p>Schlie&szlig;lich muss alles noch getan werden</p>
<p>Die Aufstellungsarbeit f&uuml;hrt  zum Erkennen der &uuml;bernommenen und gebildeten Handlungs- Gef&uuml;hls- und Denkgewohnheiten und zeigt einen Weg auf, wie solche Gewohnheiten ver&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Jedoch muss schlie&szlig;lich der Weg der Verwandlung noch bewu&szlig;t ergriffen, beschlossen und begangen werden. Die Impulse des Aufstellungserlebens bewirken eine Art Befreiung, die ermutigt, sich mit dem Erfahrenen auseinanderzusetzen. Das Heilsame dabei ist das Licht des Bewusstseins. Oft braucht  der Verwandlungsprozess die verstehende Begleitung des Therapeuten. Wer solche Hilfestellung gibt, ist immer auch ‚Mit-T&auml;ter’ im Sinne des begleitenden Arztes oder Beraters. Die Bewu&szlig;tseinsseele und das Geistselbst sind angesprochen, wenn die Aufstellungsarbeit in dieser Weise erfolgt.</p>
<p>Systemische Organisationsaufstellung</p>
<p>In der Organisationsaufstellung repr&auml;sentieren die Stellvertreter strukturelle Elemente, Wesenselemente und Eigenschaften des Systems. Eine wirksamere Diagnostik ist kaum vorstellbar. Innerhalb weniger Augenblicke bildet der Aufstellungsablauf bisher geahnte, aber verborgen gebliebene Kr&auml;fteverh&auml;ltnisse in aller Klarheit ab. Der therapeutische Aspekt des heilsamen Umganges mit dem Erkannten erfordert im Weiteren die gleiche Geduld und den beharrlichen Gestaltungswillen der Beteiligten wie aufgrund anderer Diagnosemethoden auch.</p>
<p>Der Auftrag an die Geisteswissenschaft</p>
<p>Mit den Mitteilungen des modernen Eingeweihten verf&uuml;gt die anthroposophische Bewegung &uuml;ber M&ouml;glichkeiten des tieferen Verst&auml;ndnisses der mit der systemischen Strukturaufstellung, der Familienaufstellung und der Organisationsaufstellung verbundenen Ph&auml;nomene. Dar&uuml;ber kann das Gespr&auml;ch gef&uuml;hrt werden mit Vertretern anderer Ans&auml;tze. So wie die Psychotherapie sich seit Sigmund Freud vielf&auml;ltig differenzierte, wird sich auch die Methode der Systemischen Strukturaufstellung differenzieren. Der geisteswissenschaftliche Beitrag ist dabei unerl&auml;sslich und wird gesch&auml;tzt. <a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn6">[6]</a></p>
<p>Aufstellungen als Wendepunkt</p>
<p>Die systemischen Strukturaufstellungen markieren einen Wendepunkt in der therapeutischen und organisationalen Arbeit. Seit f&uuml;nf Jahrhunderten ist das verstandesm&auml;&szlig;ige Erfassen der Wirklichkeit kulturpr&auml;gend. Die kognitiven Verfahren sind auch im psychotherapeutischen Feld und erst recht in der Organisationsberatung vorherrschend. Seit Julian Jaynes<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn7">[7]</a> ist deutlich, dass die linksh&auml;lftig dominierende Art, die Welt zu begreifen mit dem Verlust der rechtsh&auml;lftigen Qualit&auml;ten erkauft wurde. Die Rede ist von den Erkenntnissen der Hirnforschung: die rechte Gehirnh&auml;lften gilt als Sitz der Kreativit&auml;t, die linke als Sitz der rationalen F&auml;higkeiten des Menschen. „<em>Und weil der Verstand, die Urteilskraft die gro&szlig;en Mittel der gegenw&auml;rtigen Kultur sind, m&uuml;ssen sie befreit werden aus den Banden der blo&szlig; sinnlichen Erfassung, des rein handgreiflichen Versehens der Wirklichkeit. Der Verstand der Gegenwartsmenschheit muss selbst eintauchen in das Meer, das ihn mit wahrer Fr&ouml;mmigkeit erf&uuml;llt.<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn8"><strong>[8]</strong></a></em></p>
<p>Der bewegliche Wahrheitsbegriff</p>
<p>Das Familienstellen l&auml;sst sich linksh&auml;lftig nicht begreifen. Bei Johannes Kirsch (2005)<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn9">[9]</a> findet sich eine wertvolle Anmerkung mit dem Hinweis auf den <em>„beweglichen, offenen Wahrheitsbegriff, zu welchem Rudolf Steiner in seinem Buch ‚Goethes Weltanschauung’ von 1897 vordringt:“</em> „<em>Nicht ein starres, totes Begriffsystem ist die Wahrheit, das nur einer einzigen Gestalt f&auml;hig ist; sie ist ein lebendiges Meer, in welchem der Geist des Menschen lebt, und das Wellen der verschiedensten Gestalt an seiner Oberfl&auml;che zeigen kann.<a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftn10"><strong>[10]</strong></a> </em></p>
<p>Uns scheint, es bleibt viel zu entdecken, zu &uuml;ben, und mit beiden Gehirnh&auml;lften zu erfassen. Das Familien- und Organisationsstellen bietet reichlich Gelegenheit dazu. So ist zum Beispiel seine soziale Dimension noch gar nicht diskutiert. </p>
</p>
</p>
<p>Anmerkungen</p>
<p>Ciompi, L.,  Au&szlig;enwelt – Innenwelt. Die Entstehung von Zeit, Raum und psychischen Strukturen, 1988</p>
<p>Fowler, J. W., Stufen des Glaubens, Die Psychologie der menschlichen Entwicklung, 2000</p>
<p>Lievegoed, B., Der Mensch an der Schwelle, Stuttgart 2002</p>
<p>Jaynes, J., Vom Ursprung des Bewusstseins, 1990</p>
<p>Kirsch, J., Zur Entwicklung der Freien Hochschule f&uuml;r Geisteswissenschaft, Dornach 2005</p>
<p>Kleber, E. und Seiberth, H., INFO3, Aprilheft 2003 und FLENSBURGER HEFTE 78, Familie im Wandel, 2002</p>
<p>Steiner, R., Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107, 10. Vortrag, Dornach 1979</p>
<p>Tomasello, M., Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens, 2002</p>
<p>Steiner, R., Lucifer – Gnosis, GA 34, S. 64f</p>
<p>Steiner, R., Goethes Weltanschauung, GA 6, S. 66</p>
<p>Steiner,  R., Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, Dornach 1979, GA 107, 10. Vortrag</p>
<p>Ulsamer,  B., Ohne Wurzeln keine Fl&uuml;gel, M&uuml;nchen 1999</p>
<p>Wiest, F. / Kibed, M.V. v., Hrsg., Im Feld der &Auml;hnlichkeiten, Hrsg. Heidelberg 2002</p>
<p>Mahr, A., Grundlagen f&uuml;r die Arbeit mit Aufstellungen, in: INFO3, Stuttgart 2002</p>
</p>
<p> Zu den Autoren:<ins datetime="2001-10-15T15:16" cite="mailto:AKADEMIE%20F&Uuml;R%20FAMILIENKULTUR"></ins></p>
<p>Eva Kleber, geb. 1955, verheiratet, 4 Kinder, Systemische Familientherapie, Konfliktmanagement und Mediation, Supervision, Familien- und Lebensberatung, HP f&uuml;r Psychotherapie, Leitung der Akademie-Vaihingen.</p>
<p>Hermann Seiberth, geb. 1943, verheiratet, 8 Kinder, Dipl. Ing., Gartenbaudirektor i.R., Systemische Familientherapie, Konfliktmanagement und Mediation, Supervision, Familienberatung,  Organisationsberatung, HP f&uuml;r Psychotherapie, Leitung der Akademie-Vaihingen. <ins datetime="2001-10-15T15:16" cite="mailto:AKADEMIE%20F&Uuml;R%20FAMILIENKULTUR"></ins></p>
</p>
</p>
<hr size="1" /><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref1">[1]</a> Bertold Ulsamer, Ohne Wurzeln keine Fl&uuml;gel, M&uuml;nchen 1999</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref2">[2]</a> Rudolf Steiner, Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, Dornach 1979, GA 107, 10. Vortrag</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref3">[3]</a> James W. Fowler, Stufen des Glaubens, Die Psychologie der menschlichen Entwicklung, 2000</p>
<p>M. Tomasello, Die kulturelle Entwicklung des menschlichen Denkens, 2002</p>
<p>Luc Ciompi, Au&szlig;enwelt – Innenwelt. Die Entstehung von Zeit, Raum und psychischen Strukturen, 1988</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref4">[4]</a>  FLENSBURGER HEFTE Nr. 78, Familie im Wandel, 2002 und INFO3, Aprilheft 2003</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref5">[5]</a> Albrecht Mahr, Grundlagen f&uuml;r die Arbeit mit Aufstellungen, in: INFO3, Stuttgart 2002</p>
<p> <a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref6">[6]</a> Im Feld der &Auml;hnlichkeiten, Hrsg. F. Wiest/M. V. v. Kibed, Heidelberg 2002</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref7">[7]</a> Julian Jaynes, Vom Ursprung des Bewusstseins, 1990</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref8">[8]</a> Rudolf Steiner, Lucifer – Gnosis, GA 34, S. 64f</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref9">[9]</a> Johannes Kirsch, Zur Entwicklung der Freien Hochschule f&uuml;r Geisteswissenschaft, Dornach 2005</p>
<p><a href="http://www.eheberatung-und-paarberatung.de/strukturen-im-wandel-verstaendnis-entwickeln-familien-und-organisationsaufstellungen/#_ftnref10"></a></p>
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		<title>Psychologische online Beratung</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 16:15:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Psychoquest</dc:creator>
				<category><![CDATA[Beratung]]></category>

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<p>In der Beratungspraxis hat sich gezeigt, dass viele Ratsuchende von einem halben Jahr bis zu zwei Jahre auf einen Therapieplatz warten m&uuml;ssen. Menschen mit psychologischen Problemen, Konflikten, Sorgen und Kummer k&ouml;nnen diese lange Wartezeit nicht ertragen. Sie brauchen sofort Hilfe!</p>
<p>Bei einem psychologischen Online-Portal k&ouml;nnen durch kompetente Diplom Psychologen, Therapeuten und psychologische Berater diese Menschen aufgefangen werden. Fast rund um die Uhr befinden sich auf den Portalen ausgesuchte Berater zu vielen psychologischen Themen.</p>
<p>Psychologische Online-Portale sind meist kostenpflichtige Dienstleister, die in der Regel dem Stundensatz eines privaten Diplom-Psychologen gleich kommen. Jeder Anrufer hat die Wahl, wie lange er mit einem Berater telefonieren m&ouml;chte. Au&szlig;erdem haben Ratsuchende die Wahl zwischen vielen Experten die richtige Wahl zu treffen. Jeder Berater stellt sich mit Foto, einem Vorstellungstext und seinen Spezialgebieten vor.</p>
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		<title>Wie Sie mit NLP ganz leicht Ihre Partnerschaft ver&#228;ndern.</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 16:13:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Handan Yazirdag</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie das? Einerseits: Ihre Partnerschaft ist in einer Sackgasse angekommen. Sie haben sich auseinandergelebt. Vielleicht streiten Sie, ohne dass es eine Vers&#246;hnung gibt. Wor&#252;ber eigentlich, fragen Sie sich hinterher. Am liebsten w&#252;rden Sie manchmal einfach &#8220;abhauen&#8221;. Andererseits: Sie bedauern Ihre Streits. Den gemeinsam eingeschlagenen Weg m&#246;chten Sie nicht verlassen. Wieder zueinanderfinden w&#228;re wundersch&#246;n, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kennen Sie das?</strong><br />
<strong>Einerseits: </strong>Ihre Partnerschaft ist in einer Sackgasse angekommen. Sie haben sich auseinandergelebt. Vielleicht streiten Sie, ohne dass es eine Vers&ouml;hnung gibt. Wor&uuml;ber eigentlich, fragen Sie sich hinterher. Am liebsten w&uuml;rden Sie manchmal einfach &#8220;abhauen&#8221;.<br />
<strong>Andererseits: </strong>Sie bedauern Ihre Streits. Den gemeinsam eingeschlagenen Weg m&ouml;chten Sie nicht verlassen. Wieder zueinanderfinden w&auml;re wundersch&ouml;n, aber wie? Sie lieben Ihren Partner &#8211; das f&uuml;hlen Sie ganz genau.<br />
<strong>Was tun? </strong>In der NLP Paarberatung (Eheberatung) mit Einzel- und Paarcoaching lernen Sie den eigenen inneren Widerstreit aufzul&ouml;sen. Befreit erleben Sie Ihre wahren Gef&uuml;hle  f&uuml;r Ihren Partner. Sie erlangen wieder Zugriff auf Ihre Kompetenzen, um auch in Ihrer Verbindung Balance und Wahrhaftigkeit zu leben.</p>
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		<title>Neue Horizonte &#8211; Interview mit Eva Kleber und Hermann Seiberth</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 16:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hermann Seiberth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>

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		<description><![CDATA[Entstehung der Akademie Vaihingen, Erl&auml;uterungen zu dem speziellen Verst&auml;ndnis der Systemische Familientherapie vor dem geisteswissenschaftlichen Hintergrund der Anthroposophie, Ausbildungen in Sozialer Kompetenz zum Familien- und SozialberaterIn, MediatorIn, KindertherapeutIn, BewegungstherapeutIn, in Weisheitsvollem F&uuml;hren, Heilpraktiker f&uuml;r Psychotherapie u.a.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>FLENSBURGER HEFTE</h1>
<p><strong>Neue Horizonte &#8211; </strong><strong>Interview mit Eva Kleber und Hermann Seiberth</strong><strong></strong></p>
<p><strong>von Renate Hasselberg</strong><strong></strong></p>
<p><strong>Eva Kleber,</strong> <em>geb. 1955, verheiratet, vier Kinder. Krankenschwester, Sozialtherapeutin. T&auml;tigkeitsbereiche: Familienberatung, Konfliktmanagement und Mediation, Leitung der Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur in Vaihingen/Enz. Weiterbildung in Gruppendynamik, Systemische Familientherapie, Konfliktmanagement und Mediation, Familienberatung.</em></p>
<p><strong>Hermann Seiberth,</strong> <em>geb. 1943, verheiratet, acht Kinder. Dipl.-Ing., Gartenbaudirektor i.R. T&auml;tigkeitsbereiche: Organisationsberatung, Konfliktmanagement und Mediation, Familienberatung, Supervision, Moderation und Coaching, Leitung der Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur. Weiterbildung in Managementf&auml;higkeiten (NPI), Organisationsentwicklung (TRIGON), F&uuml;hrungsf&auml;higkeiten (MIRA), Gruppendynamik, Mediation, Systemische Familientherapie, Familienberatung.</em></p>
<p><em>Internet: Akademie Vaihingen:<strong> <a href="http://www.afsk.de">www.afsk.de</a></strong></em></p>
<p>Der Bewu&szlig;tseinswandel im letzten Jahrhundert hat die menschlichen Lebensbedingungen individuell und kollektiv so einschneidend ver&auml;ndert, da&szlig; wir vertiefte Kenntnisse und einen ganz neuen F&auml;higkeitenkatalog erwerben m&uuml;ssen, um mit den Herausforderungen der Zeit fertig zu werden. Das gilt f&uuml;r das gesamte soziale Leben und insbesondere f&uuml;r Partnerschaft und Ehe, f&uuml;r die Familie und die Erziehung der Kinder. Vieles bisher Bew&auml;hrte tr&auml;gt den einzelnen nicht mehr. Jegliches Zusammenleben, jede Zusammenarbeit in Gemeinschaften ist mit den Kr&auml;ften des &#8220;guten Willens&#8221; und allgemeiner Humanit&auml;t nicht zu lenken. Was ist zu tun?</p>
<p>Die Akademie Vaihingen/Enz ist offenbar ein Ort, an dem Menschen &uuml;ben k&ouml;nnen, was not tut. Und das ist entscheidend: &Uuml;ben! Es n&uuml;tzt nichts, nur zu wissen. Erst im &Uuml;ben neuer F&auml;higkeiten – wie z.B. Sozialkompetenz, Gespr&auml;chsf&auml;higkeit, Selbstwahrnehmung u.a. – erfahren wir unsere Grenzen und unsere M&ouml;glichkeiten.</p>
<p>So ist die Akademie eine Antwort auf die Not unsere Zeit. Es geht um kompetente Hilfe zur Selbsterkenntnis, Selbsterziehung und Selbstverwandlung. Es geht um die Ausbildung von F&auml;higkeiten, um sich und den anderen besser zu verstehen, das soziale Leben bewu&szlig;t zu gestalten und damit einen heilsamen Beitrag zur Gemeinschaftsbildung zu leisten. Ich sprach mit Eva Kleber und Hermann Seiberth, die die Akademie leiten und aus ihrer Arbeit berichten.</p>
<p><strong>Renate Hasselberg: </strong>Was hat Ihre pers&ouml;nliche Biographie mit der Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur zu tun?</p>
<p><strong>Eva Kleber: </strong>Einerseits konnte ich viele Erfahrungen in unserer Familie mit drei eigenen Kindern und einigen Pflegekindern machen; andererseits habe ich bei vielen Freunden und Bekannten erlebt, da&szlig; die Familien zerbrachen, obwohl &auml;u&szlig;erlich alles im reinen zu sein schien: Haus, Kinder, eine sch&ouml;ne Frau, der Mann in gutem Beruf etc. In vielen F&auml;llen wurde die Scheidung eingereicht. In einer Nachbarfamilie kam es sogar zu einem Suizid, so da&szlig; ich die daraus entstandene Situation mittragen mu&szlig;te. Aus diesem direkten Erleben fa&szlig;te ich den Entschlu&szlig;, Familienfortbildungen zu organisieren. Und in meinem Umkreis fand ich acht Ehepaare, die bereit waren, eine solche Familienkreisarbeit miteinander zu beginnen.</p>
<p><strong>Die gemeinsamen Gespr&auml;che gaben Kraft</strong><strong></strong></p>
<p>Wir haben uns alle 14 Tage zu einer &#8220;Familienkonferenz&#8221; getroffen und alle Themen, die f&uuml;r die Familie relevant sind, besprochen. Das waren Themen wie Erziehung, Partnerschaftsfragen, Ehebiographie, Biographie der Kinder, die eigene Entwicklung, Entwicklungsh&uuml;rden durch die Eltern, Jahresfeste, religi&ouml;se Erziehung, Gesundheit und Krankheit, Ern&auml;hrung, Medien usw. An vielen dieser Themen haben wir ein Jahr lang miteinander gearbeitet und dabei festgestellt, da&szlig; die Auseinandersetzung mit diesen Fragen vor dem Hintergrund anthroposophischer Zug&auml;nge unglaublich Kraft gab. Aus der Begeisterung, die dieses gemeinsame Tun ausl&ouml;ste, &uuml;berlegte ich dann, wie man diese Kraft und den Enthusiasmus in die &Ouml;ffentlichkeit stellen und gr&ouml;&szlig;eren Menschengruppen zug&auml;nglich machen k&ouml;nnte.</p>
<p>Ich fa&szlig;te den Entschlu&szlig;, bei n&auml;chster Gelegenheit ein Mitglied des Vorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft anzusprechen, um ihm vorzuschlagen, eine Tagung &uuml;ber Familienfragen am Goetheanum in Dornach (Schweiz) durchzuf&uuml;hren. – Zwei Wochen sp&auml;ter traf ich den Vorstandsvorsitzenden Manfred Schmidt-Brabant, und er war sofort zu dieser Tagung bereit. Dann bereiteten wir die Tagung in unserer Familienkonferenz vor und erwarteten etwa 50–70 Teilnehmer. Aber es kamen 600. Mit dieser Tagung im Jahre 1990 begann unsere Arbeit an der Familienkultur, und aus ihr bildete sich ein Arbeitskreis am Goetheanum, den ich sieben Jahre begleitet habe.</p>
<p> </p>
<p><strong>Die Gr&uuml;ndung der Akademie</strong><strong></strong></p>
<p>Dann habe ich diese Arbeit abgegeben, weil ich bemerkte, da&szlig; im Hinblick auf die immer st&auml;rker um sich greifenden Familienaufl&ouml;sungserscheinungen eine einzige Tagung nicht mehr als ein Tropfen auf den hei&szlig;en Stein sein kann.</p>
<p>In Fortbildungsseminaren bin ich Menschen begegnet, denen die soziale Bildung f&uuml;r Ehepartner ein Anliegen war. Wir &uuml;berlegten, wie Familienbildung in die Welt kommen und wie eine Ausbildung zur Familiengestaltung entstehen k&ouml;nnte. Diese sieben Menschen fanden sich in einem Initiativkreis zusammen und bereiteten die Gr&uuml;ndung einer &#8220;Akademie f&uuml;r Familienkultur&#8221; vor.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> In welchem Jahr war das?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>1998 haben wir mit dem Initiativkreis, ein Jahr sp&auml;ter mit der Akademie begonnen. Zwei weitere Jahre sp&auml;ter &auml;nderten wir den Namen in &#8220;Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur&#8221;. Das bezeichnet unsere Orientierung zutreffender.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Gibt es weitere pers&ouml;nliche Erlebnisse und Erfahrungen, die Sie zu Ihrer Familienakademie motiviert haben?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Alles lief nicht ohne seelische Not und eigenes Betroffensein ab. Mein Mann und ich hatten Pflegekinder aufgenommen, eines davon war ein seelenpflegebed&uuml;rftiges Kind. Somit erlebten wir hautnah, was es bedeutet, &#8220;fremde&#8221; Kinder in den Familienzusammenhang aufzunehmen und gro&szlig;zuziehen. In einem anderen Fall begegnete ich der Not einer alleinerziehenden Frau, die ihr Kind abgeben mu&szlig;te, welches dann ganz in unseren Familienzusammenhang integriert war. Besonders diese Erfahrungen wurden durch meine eigene Betroffenheit zu einem meiner zentralen Lebensthemen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Sie sind Mutter von drei Kindern, Ihr Mann war Waldorflehrer und arbeitet jetzt als Organisationsberater. Ist die Arbeit in der Akademie Ihr haupts&auml;chlicher Beruf, oder geh&ouml;rt die Familie auch noch dazu?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Meine Kinder sind mittlerweile in einem Alter zwischen 20 und 26 Jahren, ich bin auch stolze Gro&szlig;mutter. Ich habe jetzt den Raum und die Zeit und kann mich der Akademie widmen.</p>
<p> </p>
<p><strong>Anthroposophie als Grundlage</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welches Welt- und Menschenverst&auml;ndnis liegt Ihrer Arbeit zugrunde?</p>
<p><strong>Hermann Seiberth:</strong> Das anthroposophische Welt- und Menschenbild. Unsere Ausbildung basiert auf der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners. Wir beziehen aber auch andere Blickrichtungen ein, deren Reichtum sich vor dem geisteswissenschaftlichen Hintergrund erschlie&szlig;t. Dazu geh&ouml;ren der Zen-Buddhismus, Sufismus, Chassidismus, die arabischen Mystiker und andere Quellen esoterischer und exoterischer &Uuml;berlieferung.</p>
<p>Wir sind bestrebt, unseren Teilnehmern das anthroposophische Menschenbild als hilfreiche Grundlage f&uuml;r eine erfolgreiche Beratungst&auml;tigkeit zu vermitteln. Und wir pflegen die Zusammenarbeit mit der Sozialwissenschaftlichen und Naturwissenschaftlichen Sektion am Goetheanum.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Rolle kann das anthroposophische Menschenbild in der Beratung spielen?</p>
<p><strong>H. Seiberth</strong>: Die Frage nach der Qualit&auml;t der Zusammenarbeit ist heute in erster Linie eine ethische Frage und wird vom Menschenbild bestimmt, sagt z.B. der Zukunftsforscher Leo A. Nefiodow. Das gilt nicht nur f&uuml;r die Wirtschaft. In sehr vielen Lebensfragen bietet das anthroposophische Welt- und Menschenbild eine ganz entscheidende Hilfe. Das betrifft vor allem das diagnostische Verst&auml;ndnis von Problemen. Ich denke dabei an das Bild des dreigliedrigen Menschen – Leib, Seele und Geist, die alle drei zu ern&auml;hren sind – oder an die Beziehung zwischen h&ouml;herem Ich, dem Alltags-Ich und dem &#8220;Schatten&#8221; des Menschen, seinem Doppelg&auml;nger, der alles unverwandelte Seelische, noch nicht mit den Ich-Kr&auml;ften Durchdrungene und andere angesammelten Wirkungen in sich vereinigt.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Bietet die klassische Psychologie nicht ebenfalls viele hilfreiche soziale Methoden und Techniken an?</p>
<p><strong>H. Seiberth:</strong> Absolut. Ein Gro&szlig;teil unseres Handwerkszeuges stammt aus der Psychologie und Psychotherapie. Wenn Sie z.B. aber nach dem Wesen des Menschen fragen, nach dem &#8220;Ich&#8221;, nach der Entwicklungsgeschichte der Erde, nach dem, was die Welt im Innersten zusammenh&auml;lt, finden Sie in diesen Wissenschaften keine brauchbaren Antworten.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Gesichtspunkte, die Sie hier vermissen, sind Ihnen wesentlich?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Einige der Begriffe, die wir verwenden, tauchen zwar auch z.B. in der Psychologie auf, in den Begriffen vom &Uuml;ber-Ich, Ich und Es, vom &Uuml;berbewu&szlig;ten und Unterbewu&szlig;ten, in Freudschen oder Jungschen Begriffen. Und vieles ist unbestreitbar hilfreich. Lebenskr&auml;ftig werden solche Begriffe allerdings erst durch den Kontext des geisteswissenschaftlichen Menschenbildes. Dieses geht von der transzendentalen Dimension des Menschen aus, von der Existenz einer geistigen Welt, davon, da&szlig; alles Tote von Lebendigem abstammt, da&szlig; die mit den Sinnen erfahrbare Welt eine Innenseite hat, deren Abbild sie ist.</p>
<p>Durch die Anthroposophie sind uns f&uuml;r die Ausbildung folgende Themen wichtig: die Tatsachen der Erdenevolution, die Entwicklungsgeschichte der Erde als Bewu&szlig;tseinsgeschichte des Menschen, Reinkarnation und Karma, das Verh&auml;ltnis des Menschen zur Sternenwelt, das Bild eines in die Berechenbarkeit erstorbenen Kosmos und der Erde als Keim eines neuen Kosmos, die Aufgabe der Entwicklung der geistigen Wesensglieder des Menschen, die Erfahrung der Wirksamkeit der Hierarchien und der Elementarwelt, Wesen und Wirken der Widersacherkr&auml;fte, die Aufgabe der Durchchristung der Erde und der Begegnung mit dem Christus im &Auml;therischen, um einige wesentliche Aspekte zu nennen. Die Schulung des Herzdenkens, die Liebe und ihre Bedeutung in der Welt sind uns dabei ein besonderes Anliegen. Dabei versuchen wir, Begriffe und Blickrichtungen zu vermitteln, die sehend machen und Erfahrung erm&ouml;glichen.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Rolle spielen psychologische Konzepte in der Akademie?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Psychologische Ans&auml;tze und Modelle machen einen Gro&szlig;teil der Kommunikationstheorie aus. Daraus stammt die Mehrzahl der hilfreichen &Uuml;bungen. Die psychologische Literatur zu Beziehungs- und Familienfragen ist ja sehr umfangreich geworden, seit diese Themen Konjunktur haben. Darin finden sich unentbehrliche und hilfreiche Grundlagen. Zu den oben beschriebenen geisteswissenschaftlich bearbeiteten Themen, deren sachgem&auml;&szlig;es Verst&auml;ndnis einen wesentlich erweiterten Zugang zu einem konstruktiven Weltverst&auml;ndnis erm&ouml;glicht, liefern psychologische Begriffsmuster jedoch keinen Beitrag. Das h&auml;ngt mit der Nichtanerkennung geistiger Realit&auml;ten zusammen. Doch taucht eine solche Erweiterung heute an vielen Stellen auf, wie z.B. bei dem erkenntnistheoretischen Au&szlig;enseiter Ken Wilber, dem vielleicht erstaunlichsten Denker der Gegenwart.</p>
<p> </p>
<p><strong>Neue Kenntnisse und F&auml;higkeiten</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Menschen kommen zu Ihnen in die Akademie?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Unsere Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten beruflichen und biographischen Lebenssituationen im Alter von 22 bis 72 Jahren. Viele suchen einen Zugang zu einer neuen sozialen Profession. Manche wollen lernen, eine Partnerschaft oder ihre Familiensituation zu bew&auml;ltigen, andere suchen f&uuml;r sich selbst einen neuen Anfang nach einer Lebens- oder Sinnkrise oder eine erg&auml;nzende Qualifizierung in sozialer Kompetenz, die sie in ihrer beruflichen T&auml;tigkeit anwenden wollen.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Was sind die Motive f&uuml;r eine Qualifizierung in sozialer Kompetenz?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Die Motive f&uuml;r die Qualifizierung haben im weitesten Sinne Kenntnisse, F&auml;higkeiten und Fertigkeiten zum Ziel, die wir mit den geisteswissenschaftlichen Begriffen der moralischen Intuition, der moralischen Phantasie und der moralischen Technik beschreiben k&ouml;nnen. Die soziale Kunst ist in diesem Sinn eine moralische Technik, k&uuml;nstlerisch aufgefa&szlig;t. Ich will ein Beispiel schildern: Eine 49j&auml;hrige Ern&auml;hrungsberaterin sucht in der Ausbildung zur Familien- und Sozialberaterin an der Akademie Unterst&uuml;tzung f&uuml;r die Beratung von M&uuml;ttern und auff&auml;lligen Kindern, u.a. mit Konzentrations-, Sinnesentwicklungs- oder Ern&auml;hrungsst&ouml;rungen. Auf die Frage, was sie sich von der Ausbildung erwartet, schildert sie: &#8220;Ich erhoffe mir, die in der Beratung auftauchenden Probleme besser greifen zu k&ouml;nnen, bei denen es ja nur vordergr&uuml;ndig um Ern&auml;hrungsgewohnheiten geht. In der Regel liegen den Ern&auml;hrungsst&ouml;rungen ja Dissonanzen in der Gesamtpers&ouml;nlichkeit zugrunde. Die Ausbildung soll mir eine vertiefte Menschenkunde vermitteln und die Grundlagen f&uuml;r meine Arbeit erweitern.&#8221;</p>
<p>F&uuml;r andere Teilnehmer ist es die Erfahrung zunehmender Spannungen und Konflikte innerhalb der Kollegien – am Arbeitsplatz, in der Schule, im Kindergarten –, mit der Folge gesteigerter Ineffizienz, manchmal ist es das Motiv der Neuorientierung, der Standortbestimmung – Quo vadis? –, das die Menschen veranla&szlig;t, eine Ausbildung an der Akademie zu suchen.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Vorbildung haben Ihre Teilnehmer?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Die Vorbildung unserer Teilnehmer ist so vielf&auml;ltig wie das Leben. Darunter sind Sozialarbeiter, die nach erweitertem Handwerkszeug f&uuml;r ihre berufliche Praxis fragen, Rechtsanw&auml;lte, die ihre Kompetenz um die Mediation erweitern wollen, Lehrerinnen und Lehrer, die sich auf neue Aufgaben in der Schule vorbereiten wollen, Eurythmistinnen und Eurythmisten, die in der Arbeitswelt ein neues Anwendungsgebiet f&uuml;r die Eurythmie sehen, ein Bankdirektor, der seine Kommunikationsf&auml;higkeiten verbessern m&ouml;chte, M&uuml;tter, die einen Wiedereinstieg in das Berufsleben planen, V&auml;ter, die entdeckt haben, da&szlig; die Qualifizierung in sozialer Kompetenz f&uuml;r ihre weitere berufliche Entwicklung unerl&auml;&szlig;lich ist.</p>
<p>In der Wirtschafts- und Arbeitswelt wird entdeckt, da&szlig; F&auml;higkeiten, die einem in der Familie helfen, auch am Arbeitsplatz, im Unternehmen hilfreich sind: Organisationstalent, rationelle Arbeitsplanung, Vermittlung zwischen widerstreitenden Anspr&uuml;chen, die F&auml;higkeit, anderen etwas beizubringen, mit knappen Ressourcen haush&auml;lterisch umzugehen, sensibel Befindlichkeiten ersp&uuml;ren und darauf eingehen k&ouml;nnen, intuitives Erfassen bevorstehender Entwicklungen, Teamf&auml;higkeit und komplexes Informationsmanagement sind Beispiele hierf&uuml;r.</p>
<p>Headhunter versichern, da&szlig; soziale Kompetenz und Informationsmanagement heute Schl&uuml;sselqualifikationen f&uuml;r die F&uuml;hrung von organisationalen Wandlungsprozessen sind. Anstand, R&uuml;cksicht, Vertrauen und Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen, die &#8220;weichen&#8221; Faktoren, werden zum Garanten von Erfolg und Wachstum. Fr&uuml;her gen&uuml;gte es, die Produktivit&auml;t von Maschinen zu steigern, also effizient mit Rohstoffen, Materie und Energie umzugehen. Heute m&uuml;ssen wir in der Lage sein, produktiv mit Informationen umzugehen, mit der zwischenmenschlichen Ebene also.</p>
<p> </p>
<p><strong>Gro&szlig;muttertausch statt &#8220;Granny dumping&#8221;</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Was fangen die Teilnehmer sp&auml;ter mit der Akademieausbildung an?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Es ist faszinierend, wie vielf&auml;ltig und phantasievoll unsere Absolventen die erworbenen Kenntnisse und F&auml;higkeiten einsetzen. Das zeigt sich z.B. auch in den Themen f&uuml;r die Diplomarbeiten. (Beispiele dazu auf der Homepage der Akademie: www.afsk.de).</p>
<p><strong>R.H.: </strong>K&ouml;nnen Sie einige Beispiele f&uuml;r die praktische Anwendung nennen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Eine Hotelfachfrau hat f&uuml;r die Arbeit mit alten Menschen phantasievolle Wege entwickelt. So wurden z.B. durch ihre Initiative in zwei Familien die Omas getauscht, weil sie in der jeweils neuen Familie – im Gegensatz zu ihren bisherigen – wunderbar zurecht kamen. Alle Beteiligten waren wie erl&ouml;st. Gro&szlig;muttertausch statt &#8220;Granny dumping&#8221;. Einf&uuml;hlsam ersp&uuml;rt sie, wie f&uuml;r die &auml;lteren Menschen ihre neue Lebensphase ganz individuell gestaltet werden kann.</p>
<p>Eine Sozialarbeiterin kann bei ihrer Arbeit mit besch&auml;ftigungslosen Menschen diesen aufgrund der erfolgreichen Verarbeitung ihrer eigenen Erlebnisse neue Impulse geben. Eine Diplom-Verwaltungswirtin begr&uuml;ndete eine Praxis f&uuml;r Paarberatung und Trennungsbegleitung, eine Erzieherin eine Praxis f&uuml;r Sozial- und Lebensberatung. Eine Sekret&auml;rin &uuml;bernahm in einem Gro&szlig;unternehmen die Aufgabe der Betreuung von Alkoholikern. Ein Kulturp&auml;dagoge entwickelte das Katathyme Bild-Erleben (KB) zu einem Instrument f&uuml;r Diagnose- und Sollentwurfsprozesse in Organisationenweiter. Eine Jugend- und Heimerzieherin begr&uuml;ndete ein Institut f&uuml;r Familienkultur zur Begleitung von Familien in allen Lebensfragen und -themen. Eine Lehrerin hat eine subtile Methode zur Betreuung von rechenschwachen Kindern entwickelt. Eine &Auml;rztin entwickelte ein Konzept f&uuml;r Lebensorientierung und Erholung auf Bauernh&ouml;fen als Alternative zu herk&ouml;mmlichen Kurkonzepten. Das sind nur einige Beispiele.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Steht die berufliche Ausbildung bei Ihnen im Mittelpunkt?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Als Leitbild der Akademie ganz klar. Zu uns kommen jedoch sowohl Menschen, die in der Familienberatung und Sozialberatung f&uuml;r Gruppen, Organisationen, Unternehmen beruflich t&auml;tig sein wollen, als auch Menschen, die f&uuml;r sich selbst nach einer sinnstiftenden biographischen Neuorientierung und sozialen Qualifizierung fragen. Dazwischen gibt es mancherlei gemischte Motive. Wir unterst&uuml;tzen unsere Teilnehmer darin, ihren ganz eigenen Weg zu finden.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>M&uuml;ssen die Teilnehmer anthroposophische Vorkenntnisse mitbringen?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Nein. Etliche unserer Teilnehmer suchen dezidiert die anthroposophisch fundierte Vertiefung und bringen entsprechende Vorkenntnisse und Erfahrungen mit. F&uuml;r andere ist der geisteswissenschaftliche Hintergrund und Inhalt etwas v&ouml;llig Neues, f&uuml;r das sich ihre Offenheit manchmal erst langsam bildet. In der Seminargruppe f&uuml;hrt das zu fruchtbaren Gespr&auml;chen. Anthroposophie ist ja etwas allgemein Menschliches, ein lebenspraktischer Zugang zur Welt und zum Menschen, der jedem offen steht, unabh&auml;ngig von seiner weltanschaulichen oder religi&ouml;sen Orientierung.</p>
<p><strong>Qualifizierung in sozialer Kompetenz</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welche grunds&auml;tzlichen Ausbildungsm&ouml;glichkeiten haben Sie?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Wir verstehen uns einerseits als Familienkulturst&auml;tte, die den mikrosozialen Aspekt mit der Qualifizierung der Bereiche Ehe, Partnerschaft und Familie zum Gegenstand hat, andererseits als Einrichtung, die eine Qualifizierung in sozialer Kompetenz vermittelt, um in Organisationen, Unternehmen, Kinderg&auml;rten, Schulen, Betrieben, Beh&ouml;rden kompetent sozialk&uuml;nstlerisch den jeweiligen Herausforderungen begegnen zu k&ouml;nnen. Diesen Schwerpunkt haben wir mit den Ausbildungen in Konfliktmanagement und Mediation und zum Sozialgestalter verst&auml;rkt. Daher haben wir unserer Einrichtung auch die Bezeichnung &#8220;Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur&#8221; gegeben.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Was verstehen Sie unter Sozialkultur?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Das bedeutet, da&szlig; auch der mesosoziale Bereich zu unserem Anliegen geh&ouml;rt, also die Ausbildung der sozialen F&auml;higkeiten der Menschen, wie sie in der Wirtschaft und Arbeitswelt immer st&auml;rker gefragt sind. Wirtschaftliche Entwicklung und F&uuml;hrungskompetenz, &#8220;Leading in the Digital Economy&#8221;, wird ja immer mehr eine Frage der Herzenskompetenz, der &#8220;openminded receptivity&#8221;. Dar&uuml;ber forschen z.B. Joseph Jaworski und Claus Otto Scharmer am Massachusetts Institute of Technology (MIT), einer der f&uuml;hrenden Kompetenzschmieden der USA. Michael Lipson, Chief-Psychologist an der Columbia University, beschreibt das Ph&auml;nomen der neuen F&uuml;hrungsf&auml;higkeit, mit dem Unerwarteten im &#8220;attentive thinking&#8221; kreativ umzugehen, mit dem lebendigen Gedanken, bevor er sich in Sprache und Bild umsetzt. Hier entsteht eine Aufmerksamkeit auf v&ouml;llig neue Kompetenzen, die zentral erscheinen f&uuml;r eine F&uuml;hrungskompetenz in komplexen Organisationen der digitalen &Ouml;konomie.</p>
<p>Tendenziell streben wir auch Interventionen im makrosozialen Bereich, z.B. in der Familienpolitik, an. Das ist aber noch Zukunftsmusik. F&uuml;r diese Bereiche wollen wir qualifizierende Impulse geben, wie wir es in unserem Leitbild formuliert und begr&uuml;ndet haben (siehe: www.afsk.de).</p>
<p><strong>Die Ausbildung – &#8220;Ich erkenne, urteile und handle&#8221;</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Welche Ausbildungen bietet die Akademie f&uuml;r Sozial- und Familienkultur im einzelnen?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Derzeit bieten wir drei verschiedene Ausbildungen an. In der Reihenfolge ihrer Entstehung sind es erstens die eineinhalbj&auml;hrige Ausbildung zum &#8220;Familien- und Sozialberater&#8221;, zweitens die einj&auml;hrige Ausbildung in &#8220;Konfliktmanagement und Mediation&#8221; zum Mediator, dem Vermittler im Konflikt, und drittens die ebenfalls einj&auml;hrige Ausbildung zum &#8220;Bewegungs- und Sozialgestalter&#8221;.<strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>K&ouml;nnen Sie einmal die Ausbildung zum Familien- und Sozialberater in den Grundz&uuml;gen beschreiben?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Die Ausbildung zum Familien- und Sozialberater ist in Trimester gegliedert. Das erste Trimester steht unter dem Motto: &#8220;Ich erkenne mich selbst&#8221;, das zweite unter dem Motto: &#8220;Ich erkenne das andere&#8221;, und das dritte unter dem Motto: &#8220;Ich erkenne, urteile und handle&#8221;.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Was sind die wesentlichen Inhalte der einzelnen Abschnitte?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Im ersten Trimester stehen die Selbsterkenntnis, die soziale Wahrnehmung und die Grundlage der Menschenkunde im Mittelpunkt, also auch die Konstitutionslehre, die Temperamente, die Entwicklungspsychologie, die Sinneslehre usw. Dazu geh&ouml;ren die Grundlagen der Selbsterziehung und Selbstentwicklung. Dazu geh&ouml;ren auch Schicksalsfragen, Krisenbew&auml;ltigung und Lebensgestaltung im weitesten Sinne. Alles wird vom individuellen Standpunkt betrachtet.</p>
<p>Im zweiten Trimester geht es um die Erkenntnis des anderen, des Gegen&uuml;ber. Dabei lernt man Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten von Gruppen und Gemeinschaften kennen. Hier spielen Biographiearbeit, Fragen von Ehe und Familie, von weiblichen und m&auml;nnlichen Gestaltungskr&auml;ften, von konstruktiven und destruktiven Beziehungsdynamiken eine Rolle, von kosmischen Kr&auml;ften, vom Umgang mit Planetenwirksamkeiten, von kosmischen Urbildern sozialer Wirksamkeiten. Die Karmafragen geh&ouml;ren nat&uuml;rlich auch in dieses zweite Trimester.</p>
<p>Im dritten Trimester geht es um das &#8220;Handwerkszeug&#8221;, d.h. es werden Instrumente, Techniken und Methoden vermittelt und ge&uuml;bt f&uuml;r das kompetente Verhalten in komplexen Situationen. Das erfordert z.B. die Kenntnis der Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten komplexer sozialer Systeme, von Gruppenprozessen und Teams und beispielsweise die F&auml;higkeit, in Konfliktsituationen zwischen den Konfliktparteien moderieren und vermitteln zu k&ouml;nnen. Im dritten Trimester wird die Menschenkunde vertieft, es werden die Moderation und Mediation kennengelernt und ge&uuml;bt, die Paar- und Eheberatung wird vertieft bearbeitet, und das Spektrum der gegenw&auml;rtig in Familien- und Sozialberatungssituationen auftauchenden Herausforderungen thematisiert. Au&szlig;erdem lernen die Teilnehmer das Instrument der Kinderbesprechung kennen und anwenden, verschiedene psychologische Methoden und Techniken und nicht zuletzt die Methode der Familienaufstellungen, allerdings in der von uns praktizierten, von Bert Hellingers Methoden deutlich abweichenden Form – erweitert u.a. um die Dimensionen von Reinkarnation und Karma. Hinzu kommen das KB, das Katathyme Bild-Erleben und die &#8220;Seelenarbeit&#8221;, eine besondere therapeutische Technik.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Bilden Sie soziale Techniker aus?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Die sozialen Fertigkeiten sind Grund-Handwerkszeug. Ihre Anwendung und Beherrschung l&auml;&szlig;t sich steigern zur &#8220;sozialen Kunst&#8221;, der Kunst des dritten Jahrtausends. Joseph Beuys hat die Steinerschen Grundlagen k&uuml;nstlerisch zeitgem&auml;&szlig; gehandhabt und einen modernen Weg gezeichnet, der allerdings weit ausgreift. Die gesamte Ausbildung an der Akademie ist durchzogen von vielf&auml;ltigen k&uuml;nstlerischen &Uuml;bungen und sucht, den K&uuml;nstler in jedem Menschen anzusprechen.</p>
<p><strong>Studienbedingungen</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Gibt es f&uuml;r das Studium Eingangsbedingungen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ja, die Menschen, die zu uns kommen, m&uuml;ssen gesund sein und einen Beruf erlernt bzw. eine Ausbildung absolviert haben.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Sie meinen seelisch gesund!?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ja. Wer nicht seelisch gesund ist, kann nicht beratend und helfend t&auml;tig sein. Selbstverst&auml;ndlich ist es hilfreich, wenn Teilnehmer durch Krisen gegangen sind, aber es sollte schon eine gewisse seelische Ausgeglichenheit vorliegen, wenn man in der Beratung t&auml;tig sein will. Die Teilnehmer sollten &uuml;ber einen gesunden Menschenverstand verf&uuml;gen, Freude am Lernen haben, eine gewisse Sensibilit&auml;t, Einf&uuml;hlungsverm&ouml;gen und gen&uuml;gend Unbefangenheit mitbringen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Sollten sie ein bestimmtes Lebensalter erreicht haben?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ja, sie sollten wenigstens 25 Jahre alt sein.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wie gro&szlig; ist Ihre Akademie, wie viele Menschen studieren summa summarum in allen Kursen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Vor drei Jahren haben wir mit 15 Teilnehmern begonnen, im zweiten Jahr waren es 45, und jetzt im Herbst 2002 haben wir das vierte Jahr mit &uuml;ber 100 Teilnehmern begonnen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Ist es eine berufsbegleitende oder eine Ganztagsausbildung?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Es ist eine berufsbegleitende Ausbildung, die an Wochenenden stattfindet.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wie steht es mit der finanziellen Seite? Wird Ihre Akademie bezuschu&szlig;t, oder mu&szlig; jeder f&uuml;r die Kosten individuell aufkommen?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Wir sind eine v&ouml;llig privat initiierte und auch finanzierte Einrichtung, d.h. da&szlig; die Teilnehmer unsere Einrichtung finanzieren. Bisher haben wir bis auf einzelne Spenden noch keinerlei Zuwendungen von irgendeiner Einrichtung oder Stiftung oder von &ouml;ffentlicher Seite erhalten. Aber eine Bildungsst&auml;tte kann sich auf Dauer nicht aus laufenden Einnahmen finanzieren. Da hoffen wir auf Unterst&uuml;tzung.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wie setzt sich Ihr Kollegium zusammen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Die Kurse werden von einer ganzen Reihe qualifizierter Dozenten betreut, die jeweils einzelne F&auml;cher versorgen. Dazu geh&ouml;ren z.B. Dr. Michaele Quetz von der Filderklinik f&uuml;r die psychiatrische Krankheitslehre und anthroposophische Entwicklungspsychologie, Ingo Krampen, Rechtsanwalt, f&uuml;r Familienfragen und Mediation, die Diplompsychologin Dr. Elke H&auml;usler-Karl f&uuml;r Gruppendynamik, Beate Kr&uuml;tzkamp f&uuml;r Sprachgestaltung, Siegfried Ober und Gerlinde Sievers f&uuml;r Eurythmie, Lothar Kreisel f&uuml;r Schicksalslernen und Bothmergymnastik und andere. Die Kunst ist kein schm&uuml;ckendes oder auflockerndes Beiwerk; sie durchzieht methodisch die gesamte Ausbildung mit intensiven k&uuml;nstlerischen &Uuml;bungen. Dazu geh&ouml;ren Malen, Plastizieren, Singen, Eurythmie und Sprachgestaltung. Zentral steht die Eurythmie. Sie ist das diagnostische und therapeutische Instrument f&uuml;r soziale Zusammenh&auml;nge schlechthin. Alle Kurse werden von Hermann Seiberth und mir durchg&auml;ngig betreut.</p>
<p><strong>Der Individualisierungsproze&szlig; der Frauen</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wenn Sie die historische Entwicklung der Familien in den letzten 30 Jahren ins Auge fassen, welche wesentlichen und einschneidenden Ver&auml;nderungen hat es f&uuml;r die Frauen, M&auml;nner und f&uuml;r die Kinder gegeben?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ich beantworte zuerst einmal die Frage nach der Situation der Frauen. Vor 30 Jahren war es das Selbstverst&auml;ndnis einer Frau, da&szlig; sie nach der Geburt eines Kindes als Mutter zu Hause blieb. Von 100 Frauen blieben 80 zu Hause, lediglich ein F&uuml;nftel ging wieder zur Arbeit. Und dieses Verh&auml;ltnis hat sich bis heute vollkommen umgekehrt. Heutzutage gehen etwa Dreiviertel aller Frauen sp&auml;testens nach 1.1/2 Jahren wieder arbeiten, w&auml;hrend nur ein Viertel zu Hause bleibt. Das Mutter- und Berufsbild der Frauen hat sich also vollkommen gewandelt. F&uuml;r die Familie be-deutet dies einen weiteren Aufl&ouml;sungsproze&szlig;. F&uuml;r die Mutter aber bedeutet es, individuell, freiheitlich, ihren eigenen F&auml;higkeiten gem&auml;&szlig; zu leben.</p>
<p>Dieser individualisierte Freiheitsaspekt bringt f&uuml;r die Kinder mit sich, da&szlig; sie bei guter Versorgung die verschiedensten Lebensqualit&auml;ten aufnehmen, wenn z.B. der Vater, die Gro&szlig;mutter oder andere Bezugspersonen einbezogen werden; also ein Mehr an Lebensqualit&auml;t. Aber wenn sie nicht gut versorgt sind, dann haben sie deutlich weniger Lebensqualit&auml;t. Im zweiten Fall ist das ein enormer Verlust an vertrauensbildenden Kr&auml;ften, ein Verlust an allem, was Seelenkraft und Pers&ouml;nlichkeit ausbildet. Solche Kinder werden also deutlich geschw&auml;cht, mit den eventuellen Folgen von Krankheit oder Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Drogen und Gewalt.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Also geht der Individualisierungsproze&szlig; der Frauen zu Lasten der Kinder, wenn ihre Situation nicht abgefangen wird?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Es gibt beide Seiten. Die Kinder profitieren in aller Regel vom Selbstbewu&szlig;tsein ihrer Mutter. Sie werden wacher und k&ouml;nnen gest&auml;rkt aus so einer gestalteten Situation hervorgehen. Wenn allerdings die Kinder eine starke Pers&ouml;nlichkeit mitbringen, besteht die Gefahr, da&szlig; der Parentisierungsproze&szlig; zu fr&uuml;h eintritt, da&szlig; sie also unangemessen fr&uuml;h eine Elternrolle und Verantwortung &uuml;bernehmen und ihr unbeschwertes Kindsein darunter leidet.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Ist diese Entwicklung im gesellschaftlichen Kontext eine notwendige?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Auf jeden Fall, sie steht im Zeichen der Individualisierung und im Zeichen der Bewu&szlig;tseinsseelenentwicklung.</p>
<p><strong>Ein Novum in der Geschichte der M&auml;nner</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wie hat sich der Mann in den letzten 30 Jahren entwickelt? Ist er durch die Individualisierungsprozesse der Frauen in Zugzwang gekommen?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Auf der Seite der Frau besteht seit dem Mittelalter – davor war es durchaus anders – ein gro&szlig;es Defizit in bezug auf die Freiheit, die Bildung, die Berufsm&ouml;glichkeiten, die Partnerbeziehungen, mit allen politischen und gesellschaftlichen Folgewirkungen. Dieses Defizit ist nach und nach von den Frauen abgebaut worden, und dadurch ver&auml;nderte sich auch die Situation des Mannes. Mit dieser ver&auml;nderten Situation kommen beide Geschlechter nicht mehr so gut zurecht, was sich z.B. in der hohen Zahl der Ehescheidungen ausdr&uuml;ckt. Das Statistische Bundesamt gibt f&uuml;r das Jahr 2000 418.550 Eheschlie&szlig;ungen an, denen 194.408 Scheidungen gegen&uuml;berstehen. Die Scheidungsrate liegt also knapp unter der H&auml;lfte der Eheschlie&szlig;ungen.</p>
<p>Es gibt viele demographische Entwicklungen, die die ver&auml;nderte Situation charakterisieren, z.B. da&szlig; das Heiratsalter immer h&ouml;her wird; die jungen Menschen heiraten nicht mehr so schnell. Und die Zahl der Geburten nimmt ab. Deutschland ist momentan das Land mit der weltweit geringsten Reproduktion. Die Fertilit&auml;tsrate der Deutschen liegt bei 1,29 (Kindern pro Frau). Diese niedrige Geburtenrate hat mit den schon angesprochenen Familienproblemen zu tun, und sie findet ihren Ausdruck in der Abnahme der Mehrkindfamilien und der Zunahme der kinderlosen Paare. Von 100 Ehepaaren blieben 1899 9 % kinderlos, 1950 waren es bereits 13 %, 1985 18 %. Die Zahl der kinderlosen Paare steigt kontinuierlich. Ebenfalls steigt die Zahl der mittellosen Familien, und es gibt immer mehr Familien, bei denen die Mutterrolle nicht mehr besetzt ist und die V&auml;ter die Kinder allein gro&szlig;ziehen. Das ist ein Novum in der Geschichte der M&auml;nner.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Kommt der Mann durch die neue Familiensituation dazu, eher seine weibliche, intuitive Seite zu zeigen? Und wenn ja, ist dies eine positive Entwicklung?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Wenn wir das Ziel vor Augen haben, da&szlig; beide Geschlechter die Menschlichkeit entwickeln wollen, dann kann man sagen, da&szlig; die Frauen zur Zeit den M&auml;nnern helfen, indem sie mehr die Qualit&auml;ten der rechten Gehirnh&auml;lfte einfordern. Sie fordern mehr Liebe, Zuwendung, Z&auml;rtlichkeit, Aufmerksamkeit, also alle weichen Faktoren. Insofern sind die M&auml;nner erheblich gefordert, und das ist gut so. Die Frauen nehmen die klassische Rollenverteilung nicht mehr selbstverst&auml;ndlich hin, sie fordern beispielsweise die Mitwirkung im Haushalt und eine neue Aufmerksamkeit auf die Paarbeziehung insgesamt. Das ist eine sch&ouml;ne Herausforderung f&uuml;r die M&auml;nner. Erschwerend kommt f&uuml;r die M&auml;nner hinzu, da&szlig; sie zunehmend in einen beruflichen Stre&szlig; eingespannt sind, der sie immer mehr fordert, sowohl kraft- als auch zeitm&auml;&szlig;ig. Wer z.B. in einer F&uuml;hrungsposition ist, kann mit einer 40-Stunden-Woche nicht mehr &uuml;berleben. Allerdings zeigen schon Autoren wie Tom Hirschfeld den &#8220;Business Dads&#8221;, &#8220;wie erfolgreiche M&auml;nner auch fantastische V&auml;ter sein k&ouml;nnen – und umgekehrt&#8221; (M&uuml;nchen 2002).</p>
<p><strong>Die Frau hat die Chance, wirklich Frau zu werden</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Wir stehen in einer Situation, da&szlig; die Frau zunehmend ihre m&auml;nnliche Seite entwickelt und der Mann seine weiblichen Seiten zeigen mu&szlig;, was letztlich ein Schritt auf ein fernes Menschheitsziel hin ist, das Ziel des androgynen Menschen. Sind die heutigen Ph&auml;nomene vorbereitende Schritte auf dem Weg zu diesem fernen Menschheitsziel?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>So weit w&uuml;rde ich noch gar nicht schauen, und es geht auch nicht nur darum, die jeweils andere Seite auszubilden. Denn jetzt hat die Frau zun&auml;chst die Chance, wirklich Frau zu werden. Das mu&szlig; nicht bedeuten, da&szlig; die Frau verst&auml;rkt ihre m&auml;nnliche Seite entwickelt, sondern kann bedeuten, da&szlig; sie ihre frauliche Seite entwickelt. Demgegen&uuml;ber bedeutet es auch, da&szlig; der Mann seine m&auml;nnliche Seite entwickeln darf. Beide Geschlechter haben also die M&ouml;glichkeit, sich gegenseitig anzuregen und als Spiegel f&uuml;r die eigene Entwicklung zu dienen. In dieser Auseinandersetzung zum eigenen Frau- bzw. Mannsein kann sich dann etwas Neues ergeben.</p>
<p><strong>Kinder im Strudel der Trennungen</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> K&ouml;nnen Sie noch etwas differenzierter darstellen, welche Chancen und Probleme die Ver&auml;nderungen der Frauen und M&auml;nner f&uuml;r die Kinder bringen?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Was ich rings um mich beobachte, und was auch die Statistiken aussagen, ist, da&szlig; Kinder immer fr&uuml;her in den Strudel der Trennungen geraten. Dadurch entstehen mehr Ein-Kind-Familien mit der Folge erheblicher Sozialisierungsdefizite. Hinzu kommt der Trend der geringen Kinderzahl in den einzelnen Familien. Im Jahre 2001 waren in Deutschland von 38,45 Mio. Haushalten bereits 14,05 Mio. Ein-Personen-Haushalte, 12,90 Mio. waren Zwei-Personen-Haushalte, nur noch 5,50 Mio. Drei-Personen-Haushalte und 4,34 Mio. Vier-Personen-Haushalte. Diese Zahlen zeigen, da&szlig; die Kinderzahl enorm zur&uuml;ckgeht und immer mehr Kinder ohne Geschwister aufwachsen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Betrachten Sie das als eine deutliche Verarmungssituation?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Ja. Bei den sozialen Kontakten und sozialen Herausforderungen – und zwar bereits im Kindergarten – zeigen diese Kinder ein anderes Sozialverhalten. Einzelkinder fallen einfach auf. Genauso fallen nat&uuml;rlich die Kinder aus gr&ouml;&szlig;eren Familien durch ihre gr&ouml;&szlig;ere soziale Kompetenz auf, denn sie m&uuml;ssen fr&uuml;h lernen, sich zu behaupten. Ihre Geschwister sind ihnen gute &Uuml;bungspartner hierf&uuml;r. Es wird gerne &uuml;bersehen, da&szlig; die affektive oder emotionale Kompetenz die Basis f&uuml;r die sp&auml;tere kognitive Entwicklung ist. Das ist der Entwicklungspsychologie seit vielen Jahrzehnten bekannt. Nichts in der Welt bleibt ohne Folgen.</p>
<p><strong>Herausforderungen in neuen Formen</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Immer mehr Frauen arbeiten, es werden immer weniger Kinder geboren, die Gro&szlig;familie als Heimat verschwindet zunehmend, die Scheidungsraten steigen, die Sexualit&auml;t wird zunehmend von der Verantwortung getrennt, die tradierten Formen des Familienlebens l&ouml;sen sich auf, und die Individualisierung schreitet voran. Deutet dieser vielbeklagte Wertewandel Ihrer Erfahrung nach auf ein neues Bewu&szlig;tsein – gesch&auml;rft durch Individuation und Vereinsamung – hin? Ist der Wertewandel auch eine Voraussetzung f&uuml;r &#8220;Neuland&#8221;? Was erleben Sie davon in Ihrer Arbeit?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Vor allem stellen wir in allen Richtungen deutliche Verunsicherungen fest. Diese resultieren daraus, da&szlig; die neuen Lebensweisen nicht ge&uuml;bt, in keiner Weise vorgelebt sind und jeder seine eigene Lebensart, seinen ganz eigenen Weg finden mu&szlig;. Ich erlebe diese Verunsicherung weniger im Bereich des Denkens oder im Bereich der physischen Welt, sondern ganz stark in seelischen &Uuml;berforderungen. Diese Seelenirritationen f&uuml;hren oft zu starken Schw&auml;chungen der Pers&ouml;nlichkeit, die sich selbstverst&auml;ndlich auch auf den Lebensorganismus der Familie und die Erziehung der eigenen Kinder auswirken. Auf diesem Feld mu&szlig; eine neue Sicherheit entstehen. Daf&uuml;r ist es notwendig zu erkennen, da&szlig; auch der Seelenbereich Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten hat, die vom Bewu&szlig;tsein ergriffen und geformt werden k&ouml;nnen. Es geht darum, die Sprache der verschiedenen Seelengeb&auml;rden deuten und verstehen zu lernen und die Seele in die eigene Form, F&uuml;hrung und Souver&auml;nit&auml;t zu bringen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Ist es nicht eine gro&szlig;e Herausforderung, weil es f&uuml;r die neu zu erringenden F&auml;higkeiten keine Vorbilder und &uuml;berlieferten Formen gibt und alles neu gesch&ouml;pft werden mu&szlig;?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Auf jeden Fall. So wie sich der &auml;u&szlig;ere Rahmen der Familie zunehmend aufl&ouml;st, mu&szlig; der innere Raum neu gebildet, mu&szlig; geformt und dann aus dem Inneren wieder ins &Auml;u&szlig;ere gesetzt werden. Zur Zeit besteht in unserer Gesellschaft aber die Tendenz, da&szlig; im &Auml;u&szlig;eren gesucht wird, was innen nicht mehr oder noch nicht tragf&auml;hig ist.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> K&ouml;nnen Sie mir dazu ein Beispiel nennen, was Sie konkret im Auge haben?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Mich hat z.B. ein Vater aufgesucht, weil seine Frau ihn mitsamt den Kindern verlassen hatte. Als er pl&ouml;tzlich ohne Familie war, brach sein gesamter Lebenssinn und -zusammenhang zusammen; auch seine Arbeit schenkte ihm keine Erf&uuml;llung mehr, obwohl dies zuvor der Fall gewesen war. Er bekam Depressionen, und es begann ein &auml;u&szlig;erst dramatischer Grenzgang. Und in einem solchen Fall kommt es darauf an, im eigenen Innern einen neuen seelischen Halt zu suchen. Es n&uuml;tzt nichts, sich nach au&szlig;en zu wenden und einen neuen Inhalt im &auml;u&szlig;eren Leben zu suchen. Man wird ihn nicht finden, wenn man nicht auf diesem inneren seelischen Grenzgang f&uuml;ndig geworden ist.</p>
<p><strong>Die Familienaufstellung bringt</strong><strong> Gewohnheitsstrukturen an die Oberfl&auml;che</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Mich interessiert die Familienaufstellung, die Sie vorhin erw&auml;hnten und zu der Sie in <em>Info3 </em>(4/2002) auch einen Aufsatz geschrieben haben. K&ouml;nnen Sie bitte Ihre Erfahrungen mit der Familienaufstellung etwas beschreiben? Welche Chancen, welche Gefahren sehen Sie?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Wir sehen das Familienstellen als eine hilfreiche Methode und Arbeitsweise. Die Familienaufstellung kann ganz besonders seelische Eigenarten in ihren Gewohnheitsstrukturen bewu&szlig;tmachen und an die Oberfl&auml;che bringen. Wir m&ouml;chten aber betonen, da&szlig; wir die Familienaufstellung, wie sie von Bert Hellinger praktiziert wird, nicht einfach kopieren, sondern darauf aufbauend eigene Vorgehensweisen entwickelt haben. Es ist allerdings nur eine der M&ouml;glichkeiten, mit denen man Familien Hilfestellung geben kann.</p>
<p>Vor dem Hintergrund der sich immer mehr aufl&ouml;senden Familienzusammenh&auml;nge m&ouml;chten wir allerdings nicht – wie Bert Hellinger – die Familien in die alten Familienstrukturen zur&uuml;ckf&uuml;hren, sondern wir wenden diese Arbeitsweise an, um bestehende Belastungen erkennen und aufl&ouml;sen zu k&ouml;nnen und dadurch m&ouml;gliche neue Lebensformen bewu&szlig;tzumachen. Wir m&ouml;chten, da&szlig; sich die Menschen dar&uuml;ber klarwerden, was sie mitgebracht haben, wie sie sich in den konkreten Familienzusammenhang hineingestellt haben, wo sie jetzt stehen und was sie f&uuml;r die Zukunft daraus schaffen k&ouml;nnen. Der Aufstellende wird sich durch das Aufstellungsgeschehen seiner selbstgew&auml;hlten Aufgaben bewu&szlig;t und in seiner Entwicklung angeregt. Der Karmagedanke bringt ja die eigene Rolle als Regisseur des individuellen Lebensdramas zum Bewu&szlig;tsein. Die mit der Inkarnation aufgesuchte Familie ist daf&uuml;r die B&uuml;hne.</p>
<p><strong>Problematik der Familienaufstellung nach Hellinger</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> K&ouml;nnen Sie speziell die Gefahren der Familienaufstellung nach Hellinger noch etwas erl&auml;utern?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Das Familienstellen begegnet mancherlei Vorbehalten und Ablehnungen. Nicht nur die m&ouml;glichen Gefahren werden dabei ins Feld gef&uuml;hrt. In anthroposophischen Zusammenh&auml;ngen werden heftige Diskussionen dar&uuml;ber gef&uuml;hrt, ob die Methode aus geisteswissenschaftlicher Sicht vertretbar ist. Der Bezugspunkt in diesen Diskussionen ist in der Regel die &uuml;ber Videos und B&uuml;cher verbreitete Arbeitsweise Hellingers. Auf Ablehnung sto&szlig;en auch &Auml;u&szlig;erungen von ihm, die den anthroposophischen Begriffsmustern widersprechen.</p>
<p>Wir vertreten hierzu eine differenziertere Auffassung, die auf der einen Seite die Vorbehalte gegen&uuml;ber der Arbeitsweise Hellingers weitgehend teilt, auf der anderen Seite jedoch den Blick darauf lenken m&ouml;chte, da&szlig; die familientherapeutische Technik des Familienstellens einen wunderbaren Zugang zu bislang unerschlossen Ursachen f&uuml;r Krankheiten und Befindlichkeitsst&ouml;rungen liefert.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Was erscheint Ihnen an der Art Hellingers problematisch?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Problematisch sehen wir die gro&szlig;e &Ouml;ffentlichkeit bei den Hellinger-Aufstellungen. Die bei Familienaufstellungen erscheinenden intimen Zusammenh&auml;nge erfordern nach unserer Erfahrung einen geb&uuml;hrenden Schutz in einer kleinen Gruppe von Menschen. Die von Hellinger beschriebenen Ordnungen der Liebe haben in manchem einen mosaischen, alttestamentarischen Charakter. Die kategorische Feststellung Hellingers, die Individualseele sei eine Illusion, der Mensch sei Teil einer Gruppenseele, gef&uuml;hrt durch das Gewissen der Gruppe, beschreibt eine Phase der Bewu&szlig;tseinsgeschichte der Menschheit, die f&uuml;r den modernen Menschen nicht mehr zutrifft. Die Art des Umgangs Hellingers mit erwachsenen Klienten erscheint oft autorit&auml;r und unangemessen v&auml;terlich. Gefahren sehen wir in der nicht erkennbaren Vor- und Nachbereitung der Aufstellenden.</p>
<p><strong>Notwendige Vor- und Nachbereitung</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> F&uuml;hren Sie in jedem Fall mit den Menschen, die eine Aufstellung bei Ihnen machen wollen, ein Vorgespr&auml;ch? Was geschieht in dem Vorgespr&auml;ch?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ja. Das Vorgespr&auml;ch ist obligatorisch, das individuelle Nachgespr&auml;ch findet auf Wunsch des Klienten statt. Im Vorgespr&auml;ch wird die psychische Situation des Aufstellenden erkennbar. Gemeinsam wird die Familiensituation in einem Panorama zeichnerisch erfa&szlig;t und die Frage, die den Ausgangspunkt f&uuml;r die Aufstellung bilden soll, sorgf&auml;ltig erarbeitet. In der Darstellung des Familiensystems kommen wiederkehrende Konstellationen, Besonderheiten, Krankheiten und Tode, Kinderfolgen, Abtreibungen, Ungl&uuml;cksf&auml;lle, Konfliktlinien und -themen und tradierte Gewohnheiten ins Bild. Sie geben Gelegenheit, auf m&ouml;gliche Belastungen hinzuweisen.</p>
<p>Im Nachgespr&auml;ch werden die aufgetretene Dynamik, die erlebten Aufstellungsbilder und die sich daran anschlie&szlig;enden Fragen vorsichtig bewegt. Die Dramatik des Aufstellungsgeschehens mu&szlig; verkraftet werden. Das Gespr&auml;ch dar&uuml;ber hilft, den sich darin zeigenden Lernauftrag bewu&szlig;t zu machen. Der Aufstellende erf&auml;hrt eine sorgf&auml;ltige und aufmerksame Betreuung und Begleitung bei der Auswertung des Erlebten, dem kreativen und konstruktiven Umgang damit und der Formulierung der m&ouml;glichen individuellen Lernziele und -schritte. Eine bestehende akute Psychopharmaka-Belastung, Drogenmi&szlig;brauch, eine schwache Pers&ouml;nlichkeitsstruktur oder akute psychische Belastungen k&ouml;nnen eine Aufstellung ausschlie&szlig;en.</p>
<p><strong>Die Bilderfolgen werden durchgearbeitet</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> K&ouml;nnen Sie beschreiben, wie Sie konkret mit der Familienaufstellung vorgehen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Wir unterscheiden Aufstellungen mit einzelnen Klienten im Rahmen einer Beratung, Familienaufstellungen in einer Gruppe und Organisationsaufstellungen in Unternehmen mit F&uuml;hrungskr&auml;ften oder mit Kollegien von Einrichtungen wie z.B. einer Schule oder einem Kindergarten. Familienaufstellungen erfordern bei uns ein Vorgespr&auml;ch an einem daf&uuml;r vereinbarten Termin, bei dem die oben beschriebenen diagnostischen Schritte gemeinsam gegangen werden. Der Aufstellende zeichnet am Flipchart das Genogramm seiner Gegenwarts- und Herkunftsfamilie und schildert die Frage, mit der er eine Aufstellung w&uuml;nscht. Die Aufstellungen selbst finden mit 10–20 Teilnehmern statt. F&uuml;r eine Aufstellung rechen wir mit 1.1/2–2 Stunden.</p>
<p>F&uuml;r jede Aufstellung wird die ernste und aufmerksame Einstimmung mit einem kleinen Ritus vorbereitet. Der Aufstellende erl&auml;utert danach das Genogramm, schildert seine Frage und stellt die Stellvertreter f&uuml;r die vom Aufstellungsleiter vorgeschlagenen Familienmitglieder auf. Aus den Anwesenden Teilnehmern w&auml;hlt er daf&uuml;r ihm geeignet erscheinende Personen aus, bittet sie in die Rolle des Stellvertreters bzw. der Stellvertreterin und stellt sie im Raum so zueinander auf, wie es f&uuml;r ihn stimmig erscheint. Aus dem entstehenden Bild der Zuordnung der Stellvertreter in ihren Rollen zueinander werden bereits etliche im aufgestellten Familiensystem gegebene Muster erkennbar. Die Stellvertreter werden nacheinander vom Aufstellungsleiter gebeten, ihre in der Rolle auftretenden Gedanken, Empfindungen und Willensimpulse zu schildern. Im Proze&szlig; der Aufstellung nimmt der Aufstellungsleiter Umstellungen vor, um das Bild in Richtung der &#8220;Ordnung&#8221; zu entwickeln. Sind die Bilderfolgen so durchgearbeitet, da&szlig; alle Spannungen und Dissonanzen gel&ouml;st sind, ist die Aufstellung abgeschlossen.</p>
<p><strong>Anthroposophischer Erkl&auml;rungsversuch</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welche Erkl&auml;rungsmuster bietet die Anthroposophie f&uuml;r die in der Familienaufstellung auftretenden Ph&auml;nomene?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Wir haben in dem von Ihnen schon erw&auml;hnten Artikel in <em>Info3</em> versucht, die Erlebnisweise bei der Familienaufstellung mit geisteswissenschaftlichen Begriffen zu schildern. Wir sehen die Vorg&auml;nge so: Die Stellvertreter kommen in Kontakt mit dem Gewohnheitsleib (&Auml;therleib) und dem Gef&uuml;hlsleib (Astralleib bzw. Seelenleib) des Familiensystems bzw. der Person, f&uuml;r die sie &#8220;stehen&#8221;. In der Aufstellung wird dadurch das im Familiensystem Wirksame abgebildet. Die Wahrnehmungen treten als Leibempfindungen, als Stimmungen und Gef&uuml;hle, als Vorstellungen und Impulse im Lebens- und Empfindungsleib des Stellvertreters auf. Insbesondere die unteren Sinne, die Willenssinne (Tastsinn, Lebenssinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn), und die oberen Sinne, die Erkenntnissinne (Geh&ouml;rsinn, Sprach- oder Wortsinn, Gedanken- oder Begriffssinn, Ich- bzw. Ichwahrnehmungssinn), sind dabei beteiligt.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welcher Sinn ist vor allem beteiligt? Und wie tritt er in Aktion?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Der Lebenssinn scheint uns vorrangig involviert, er vermittelt die Wahrnehmung der eigenen Leiblichkeit. Aber auch der Tastsinn, der Bewegungssinn und der Gleichgewichtssinn sind betroffen. Die Wirkung des vom Stellvertreter mit dem Lebenssinn wahrgenommenen &Auml;therischen des aufgestellten Familiensystems bzw. der jeweiligen Person irritiert. Die Irritation leuchtet als Stimmung im Astralleib auf. Der Lebenssinn teilt gew&ouml;hnlich dem Menschen die Stimmung mit, in die er bei den physiologischen Vorg&auml;ngen seines K&ouml;rpers ger&auml;t. Das Unbestimmte, das wir im t&auml;glichen Leben die &#8220;Stimmung&#8221; nennen, ist eng verkn&uuml;pft mit dem Lebenssinn.</p>
<p>Jetzt nimmt der Stellvertreter mit dem Lebenssinn die in seinem &Auml;therleib erzeugte St&ouml;rung wahr, die von der Ber&uuml;hrung mit dem &Auml;therischen (dem Gewohnheitsleib) und dem Astralischen (den tradierten und vererbten Neigungen und Abneigungen, Gef&uuml;hlen und Leidenschaften) des aufgestellten Systems bzw. der aufgestellten Person herr&uuml;hren. Die auftretenden K&ouml;rperempfindungen, Vorstellungen m&uuml;ssen von eigenen Resonanzen und mitgebrachten Stimmungen unterschieden werden. Das gelingt unterschiedlich gut. Die auftretenden Vorstellungen, Empfindungen und Willensimpulse m&uuml;ssen dann mit Hilfe der oberen Sinne, den Erkenntnissinnen, &#8220;&uuml;bersetzt&#8221; und in das Bewu&szlig;tsein gehoben werden.</p>
<p>Von den mittleren Sinnen, den Gef&uuml;hlssinnen (W&auml;rmesinn, Geschmackssinn, Geruchssinn, Sehsinn), scheint uns ausschlie&szlig;lich der W&auml;rmesinn betroffen. W&auml;rme- und K&auml;lteempfindungen werden von den Stellvertretern regelm&auml;&szlig;ig beschrieben.</p>
<p>Der Aufstellungsleiter mu&szlig; mit dem Code vertraut sein, der ihm erlaubt, das Auftretende zu &uuml;bersetzen. Ein auftretender Klo&szlig; im Hals deutet beispielsweise auf Sprachlosigkeit, Trauer oder die Unf&auml;higkeit des Ausdruckes; empfundene Enge und Atemlosigkeit auf unterdr&uuml;ckte Lebensimpulse, ein steifer Nacken auf von anderen ausge&uuml;bten Druck, K&auml;lteempfindungen auf Belastungssignale, W&auml;rmeempfindungen auf einen gesunden Lebens- und Liebesstrom, das Gef&uuml;hl, keine Beine zu haben, auf zu gro&szlig;e Belastungen und &Uuml;berforderungen.</p>
<p><strong>Auf der B&uuml;hne des Lebens</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Woran erkennt der Aufstellungsleiter die zu bearbeitenden Fragen? Woran orientiert er sich?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Die Mitteilungen der Stellvertreter &uuml;ber ihre Wahrnehmungen und die auftretenden Spannungen zwischen den Akteuren bieten dem Aufstellungsleiter Hinweise f&uuml;r zu Bearbeitendes. Die Stellvertreter werden befragt und angeleitet, das Geschilderte in einen neuen Kontext zu stellen, der gepr&auml;gt ist von Klarheit, Offenheit, Ehrlichkeit, Achtung, Anerkennung, Verzeihung, Wertsch&auml;tzung, von Ausgleich und Dank, Demut und Zuneigung, Ordnung und Neuordnung. Auf der B&uuml;hne des Lebens, dessen Akteure die aufgestellten Familienmitglieder sind, werden Szenen nachgespielt und Verh&auml;ltnisse ins Bild gesetzt. Dabei wird Unrecht als solches angesprochen, zugef&uuml;gtes Leid benannt, Entt&auml;uschung formuliert, Flucht und Vertreibung konstatiert, kurz: Die ganze Vielfalt des Lebens erscheint in Ausschnitten auf der B&uuml;hne der Aufstellung.</p>
<p>Notwendige und m&ouml;gliche Verhaltenskorrekturen werden einge&uuml;bt und ihre Wirkung gepr&uuml;ft, Entschuldigungen werden ausgesprochen und zu Unrecht getragene Lasten z.B. mit einem schweren Stein symbolisch zur&uuml;ckgegeben, Ungeordnetes in Richtung Ordnung bewegt. Die Prinzipien der Ordnung sind aus dem kulturellen Kodex gewonnen, der grundlegende soziale Normen und Regeln beschreibt. F&uuml;r uns sind es Grundmuster der moralischen Entwicklung, wie sie z.B. in Lawrence Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung als universelle Werte beschrieben sind.</p>
<p>Hellingers &#8220;Ordnungen der Liebe&#8221; enthalten &uuml;berwiegend aufschlu&szlig;reiche und einsichtige Prinzipien, die von jedem nachzuvollziehen sind. Dazu geh&ouml;ren die Bindung, die als Zugeh&ouml;rigkeit zur Ursprungsfamilie erlebt wird, der Ausgleich von Geben und Nehmen, der f&uuml;r gesunde Beziehungen Ebenb&uuml;rtigkeit voraussetzt, die in Mutter/Sohn- oder Vater/Tochter-Beziehungen nicht gegeben ist, das Geben durch die Eltern und das Nehmen durch die Kinder, das Ehren der Geber und deren Gaben, die Rangfolge in der Familie von dem Fr&uuml;hgeborenen zu dem Sp&auml;tgeborenen, also von oben nach unten, und die St&ouml;rungen der Ordnung zwischen Eltern und Kindern, wenn z.B. die Kinder aus Liebe f&uuml;r die Eltern etwas tragen, was zum Schicksal und zur W&uuml;rde der Eltern geh&ouml;rt und dadurch die Kinder geben und die Eltern nehmen.</p>
<p><strong>Symbolische Wiederherstellung der Ordnung</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Was ist das Ziel der Aufstellung?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Kommen solche Ordnungsprinzipien in einer Familie nicht zur Geltung, entsteht Unordnung. Ziel der Aufstellung ist die symbolische Wiederherstellung der Ordnung. Die Mi&szlig;achtung der zwischenmenschlichen und zwischen den Generationen zu pflegenden Grundwerte und -haltungen verursacht in einem Familiensystem St&ouml;rungen, die meist tradiert werden und &uuml;ber Generationen hinweg Ursache f&uuml;r gravierende Belastungen sein k&ouml;nnen, bis hin zu schweren Krankheiten und Suizidneigungen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Bei Hellinger werden die Beteiligten ziemlich kurz abgefertigt. Haben die Aufstellenden Gelegenheit, zum Aufstellungsgeschehen Fragen zu stellen?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ja. Wir achten auf den Gespr&auml;chsbedarf, der freilich verschieden ist. Die eine Aufstellung ergibt klare Bilder und einen Verlauf, der f&uuml;r sich spricht und kaum Fragen offen l&auml;&szlig;t. Eine andere l&ouml;st viele Fragen aus. Wir versorgen das individuell, je nach dem Grad der Eindeutigkeit und Klarheit und nach dem Bed&uuml;rfnis des oder der Aufstellenden. Regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;hren wir ein Nachgespr&auml;ch zur Aufstellung.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Sie meinen jetzt ein Nachgespr&auml;ch in der Gruppe?</p>
<p><strong>E. Kleber:</strong> Ja, das Nachgespr&auml;ch findet in der Gruppe statt. F&uuml;r die Tage und Wochen nach der Aufstellung bieten wir Einzelgespr&auml;che an, in denen die Erlebnisse und ihre Folgen, die Reaktionen der Stellvertreter, die oft verbl&uuml;ffende &Uuml;bereinstimmung der Sprache, Gesten und Geb&auml;rden mit den Familienmitgliedern und die gewonnenen Einsichten und der m&ouml;gliche Umgang mit ihnen besprochen werden. Regelm&auml;&szlig;ig laden wir die Aufstellenden ein, uns nach einiger Zeit etwas &uuml;ber die Wirkung der Aufstellung zu erz&auml;hlen. Dabei werden viele erstaunliche Folgen berichtet. Es lohnte, dar&uuml;ber sorgf&auml;ltige Studien durchzuf&uuml;hren.</p>
<p><strong>Die Partnerschaft als Lebensschule</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welche zu erringende F&auml;higkeit ist heute im Hinblick auf die Familie besonders aktuell?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Eine der wesentlichen zu erringenden F&auml;higkeiten ist die Souver&auml;nit&auml;t der Pers&ouml;nlichkeit, die die Grundvoraussetzung ist, um an sich selbst ver&auml;ndernd zu arbeiten. Sie gibt die Sicherheit, die notwendig ist, um sich zu entwickeln und um eine Familie zu bilden.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welche Lebensbedingungen brauchen Familienmitglieder, um miteinander zu wachsen und nicht miteinander zu ver&ouml;den?</p>
<p><strong>H. Seiberth:</strong> Eine Partnerschaft kann mit dem gr&uuml;ndlich empfundenen Begriff des Schulungsweges auf eine tragf&auml;hige Grundlage gestellt werden. Fehlt das Bewu&szlig;tsein f&uuml;r diese alchemistische Aufgabe, f&uuml;hrt die zunehmende Individualisierung zu immer k&uuml;rzeren &#8220;Halbwertzeiten&#8221; einer Partnerschaft. Ein Autor bringt es in das Bild eines hochansteckenden Trennungsvirus, der offensichtlich grassiert. Die Herausforderungen in den Blick zu nehmen hei&szlig;t, die Ehe bzw. die Partnerschaft als eine Lebensschule zu entdecken, die vom h&ouml;heren Ich organisiert wird, um die Verwandlung der eigenen Schattenqualit&auml;ten, die eigene Ich-Entwicklung zu erm&ouml;glichen. Dann kann auch eine gewisse Immunit&auml;t gegen&uuml;ber dem Trennungsvirus ausgebildet werden.</p>
<p>Anthroposophisch sprechen wir in diesem Zusammenhang von der Verwandlung der eigenen Seelenglieder – der Empfindungsseele, der Verstandesseele und der Bewu&szlig;tseinsseele – durch die Ich-Kr&auml;fte und der damit verbundenen Ausbildung der h&ouml;heren menschlichen Wesensglieder, zun&auml;chst des Geistselbst. Wenn es gelingt, den Partner auf die Herausforderung zur Verwandlung und Entwicklung aufmerksam und neugierig zu machen, sei es durch eine Beratung oder das Studium von Literatur, durch Vortr&auml;ge oder Arbeitsgruppen, erscheint das Mysterium der Partnerschaft als moderner Einweihungsweg. Die pers&ouml;nliche Entwicklung ver&auml;ndert nicht nur die Voraussetzungen und M&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Bew&auml;ltigung des Alltags. Sie &ouml;ffnet auch den Blick f&uuml;r eine Zuwendung zur Welt in Liebe, die f&uuml;r das Pers&ouml;nliche nichts erreichen will.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Welchen &#8220;&Uuml;bkatalog&#8221; empfehlen Sie hierzu?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Auff&auml;llig ist, da&szlig; in unserer Kultur allgemein der Schmerz gemieden wird. Man mu&szlig; aber lernen, den Schmerz, der in einer Partnerschaft entsteht, als etwas Wertvolles zu achten. Unsere ganze Welt ist auf Schmerz gebaut, und das Leiden zeigt immer den Beginn einer Entwicklung. In einer Partnerbeziehung kann man lernen, auftretende Schmerzelemente anzunehmen und den Schmerz nicht in der Begegnung mit dem anderen zu scheuen.</p>
<p>Dann kann auch ein anderer Umgang mit Verhaltensweisen des Partners erlernt werden, die auf seinen unverwandelten Anteilen beruhen, die seinem Schatten, seinem sogenannten Doppelg&auml;nger entspringen. Durch die Begegnung mit dem Doppelg&auml;nger des anderen erst kann ich lernen, auf meinen eigenen Schatten zu achten, auf meine unverwandelten Anteile aufmerksam zu werden. Das er&ouml;ffnet den Blick f&uuml;r die Arbeit an mir selbst, und ich unterlasse es, den anderen st&auml;ndig verbessern zu wollen.</p>
<p><strong>Die Elemente f&uuml;r eine zukunftsf&auml;hige Partnerschaft</strong><strong></strong></p>
<p>An dieser Stelle geben wir eine ganze Menge von Tips und Methoden, wie man mit den Doppelg&auml;ngerph&auml;nomenen umgehen kann. Wir empfehlen den Partnern eine f&uuml;nfstufige Technik, die die Elemente der t&auml;glichen Wertsch&auml;tzung in sich birgt. Dazu geh&ouml;rt z.B., da&szlig; jeder dem anderen einmal am Tag etwas Wertsch&auml;tzendes mitteilt, also was er an ihm sch&auml;tzt. Das zweite Element ist, dem Partner regelm&auml;&szlig;ig aus dem eigenen Erleben zu erz&auml;hlen. Das dritte sind die sogenannten Puzzle-St&uuml;cke: Ich frage bei dem anderen nach, was er wei&szlig; und was mir fehlt, und umgekehrt liefere ich ihm, was ich wei&szlig; und was ihm fehlt. Das vierte Element ist, da&szlig; die Kritik, die ich &auml;u&szlig;ere, und die Forderungen, die ich stelle, immer ganz konkret sind. Und zum f&uuml;nften Element geh&ouml;ren W&uuml;nsche, Tr&auml;ume, Hoffnungen, die ge&auml;u&szlig;ert und formuliert werden sollten. Wenn man diese f&uuml;nf Elemente t&auml;glich &uuml;bt, so ist dies ein Baustein f&uuml;r eine zukunftsf&auml;hige Partnerschaft.</p>
<p>Ein weiteres Element sind die Ich-Botschaften, wie es bei Friedemann Schulz von Thun hei&szlig;t. Wir m&uuml;ssen lernen, Ich-Botschaften zu verwenden, d.h. uns selbst offenbaren, unsere pers&ouml;nlichen Gedanken und Gef&uuml;hle, wir m&uuml;ssen zu einer Offenheit unseres eigenen Handelns und zu einer Verantwortung f&uuml;r unsere Reaktionen kommen. Nicht: Du bist so oder so, sondern: Ich erlebe dich so oder so. Dazu ist es wichtig, in der Kommunikation zwischen Wahrnehmung, Interpretation und Gef&uuml;hl zu unterscheiden. Was nehme ich vom Verhalten des anderen wahr, was interpretiere ich, was f&uuml;hle ich? Was veranla&szlig;t mich zu meiner Reaktion? Das Er&uuml;ben dieses Dreischritts aus Wahrnehmung, Interpretation und Gef&uuml;hl ist ein weiterer hilfreicher Baustein f&uuml;r eine gelungene Partnerschaft.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> In diesem Zusammenhang denke ich an das Buch von Marshall B. Rosenberg, &#8220;Gewaltfreie Kommunikation&#8221;. (&#8220;Aufrichtig und einf&uuml;hlsam miteinander sprechen. Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten&#8221;, Paderborn 2001).</p>
<p><strong>H. Seiberth:</strong> Marshall Rosenbergs Gespr&auml;chsmethode ist auch eine Grund&uuml;bung, die wir vermitteln. Sie ist ganz einfach und umfa&szlig;t vier Schritte: Wahrnehmungen, Gef&uuml;hle, Bed&uuml;rfnisse und Bitten sollen im Gespr&auml;ch klar ausgesprochen und verstanden werden. Auch hier kommt es zun&auml;chst wieder darauf an, die Beobachtungen und Wahrnehmungen nicht mit Interpretationen und Bewertungen zu vermischen, sondern sie einfach den Tatsachen entsprechend zu beschreiben. Als n&auml;chstes gilt es, sich &uuml;ber die eigenen Gef&uuml;hle, die damit einhergehen, klar zu werden, und sie zu &auml;u&szlig;ern. Dann mu&szlig; man seine Bed&uuml;rfnisse erkennen und aussprechen. Und schlie&szlig;lich kommt man dazu, seine Bitten konkret und mit treffenden Worten zu &auml;u&szlig;ern. Es lohnt sich, Rosenberg kennenzulernen. Er hat mit seiner pragmatischen amerikanischen Methode Erfolg in vielen L&auml;ndern der Welt. Durch seine Methode lernt man, sich aufmerksam selbst zu beobachten und konfliktgeladene Situationen durch die distanzierte Betrachtung zu entsch&auml;rfen. Das erfordert allerdings viel &Uuml;bung.</p>
<p>Ein anderes Element ist noch zu lernen, Vorstellungs- und Anschauungslogik auseinanderzuhalten. Existiert ein Problem tats&auml;chlich in der Anschauung, oder stelle ich es mir nur vor? Rund 95 % unserer Probleme bestehen aus Vorstellungen, lediglich ca. 5 % aus konkreter Anschauung. Man mu&szlig; immer genau pr&uuml;fen, was man wirklich wahrnehmen kann und was man sich nur vorstellt.</p>
<p><strong>Dem anderen erm&ouml;glichen,</strong><strong> sich nach seiner Geschwindigkeit zu ver&auml;ndern</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Sie sprachen vom seelischen Schmerz und brachten ihn in Zusammenhang mit dem Doppelg&auml;nger. K&ouml;nnen Sie dieses Problemfeld noch anhand eines Beispiels etwas konturieren?</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Wenn ich mir klarmache, da&szlig; es meine freie Tat ist, den Schatten des anderen tragen zu wollen, ausgehend von dem Christuswort &#8220;Einer trage des anderen Last&#8221;, dann entsteht etwas Reinigendes und Heilsames in der Paarbeziehung. Dazu mu&szlig; ich den Schatten meines Partners mittragen und ihn in seiner Ver&auml;nderungsgeschwindigkeit freilassen. Statt von ihm zu verlangen, da&szlig; er sich &auml;ndert, mich darauf beschr&auml;nken, mich selbst zu &auml;ndern und an der Verwandlung meines eigenen Schattens zu arbeiten. Der Schmerz, der in einer Beziehung entsteht, wenn Schattenanteile aufeinandersto&szlig;en, kann mitunter recht gewaltig sein. Daher ist es eine wirkliche Herausforderung, diesen Schmerz ertragen und auszuhalten zu wollen. Aber erst dadurch wird eine Beziehung zukunftsf&auml;hig.</p>
<p>Freilich berechtigt es nicht dazu, dem anderen vors&auml;tzlich Schmerz zuzuf&uuml;gen mit dem Hinweis, das unterst&uuml;tze ihn in seinem Lernen. Auch darf die Forderung, mich nach meiner Geschwindigkeit &auml;ndern zu d&uuml;rfen, nicht die Nachl&auml;ssigkeit rechtfertigen. Es geht um das &#8220;einander lassen&#8221;, das so meisterhaft von Rilke formuliert wurde: &#8220;Denn das ist Schuld, wenn irgend eines Schuld ist, die Freiheit eines Lieben nicht zu mehren um alle Freiheit, die man in sich aufbringt. Wir haben, wo wir lieben, ja nur dies: einander lassen. Denn da&szlig; wir uns halten, das ist leicht, und braucht nicht erst gelernt zu werden.&#8221; Er scheint durchlebt zu haben, was immer man in einer Paarbeziehung an seelischen Zust&auml;nden erleben kann. Sein &#8220;Stundenbuch&#8221;, die &#8220;Sonetten an Orpheus&#8221; und die &#8220;Duineser Elegien&#8221; sind f&uuml;r mich Schulungstexte.</p>
<p>Solcherlei Schulungshinweise finden sich jedoch auch in vielen anderen Traditionen. Der geisteswissenschaftliche Kontext kann mit dem Begriff des Doppelg&auml;ngers f&uuml;r die Entwicklungsberatung von Menschen und Organisationen eine seelische und geistige Vertiefung bieten, die sehr hilfreich und motivierend sein kann.</p>
<p><strong>Hier, wo Du stehst, ist der Schatz vergraben</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.:</strong> Aber Rilke hat dann doch um seines Werkes willen die Einsamkeit gegen&uuml;ber einer Ehe vorgezogen.</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Rilke hat mit seiner K&uuml;nstlernatur aus seinen seelischen Erlebnissen den Marmor gewonnen, aus dem er seine Davids mei&szlig;elte. Und er hat sich Gott sei Dank beharrlich geweigert, eine Psychotherapie zu machen.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Weil er gesagt hat, mit meinen Teufeln w&uuml;rde man auch gleichzeitig meine Engel austreiben.</p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Genau. Die Aufgabe ist ja nicht das Austreiben der Teufel, sondern ihre Verwandlung. Rilke hat seinen Teufeln k&uuml;nstlerisch Gestalt gegeben. Wir sind alle K&uuml;nstler: Der Schatten ist immer unser gr&ouml;&szlig;ter Schatz. Ihn gilt es auszugraben. Du findest ihn nirgends in der Welt, und doch gibt es einen Ort, wo Du ihn finden kannst. Das ist wunderbar geschildert bei Martin Buber in der Geschichte von Rabbi Bunam (&#8220;Erz&auml;hlungen der Chassidim&#8221;, Z&uuml;rich 1949):</p>
<p>&#8220;Den J&uuml;nglingen, die zum erstenmal zu ihm kamen, pflegte Rabbi Bunam die Geschichte von Rabbi Eisik, Sohn Rabbi Jekels in Krakau, zu erz&auml;hlen. Dem war nach Jahren schwerer Not, die sein Gottvertrauen nicht ersch&uuml;ttert hatten, im Traum befohlen worden, in der Stadt Prag an der Br&uuml;cke, die zum K&ouml;nigsschlo&szlig; f&uuml;hrt, nach einem Schatz zu suchen. Als der Traum zum dritten Mal wiederkehrte, machte sich Rabbi Eisik auf und wanderte nach Prag. Aber an der Br&uuml;cke standen Tag und Nacht Wachtposten, und er getraute sich nicht zu graben. Doch kam er an jedem Morgen zur Br&uuml;cke und umkreiste sie bis zum Abend. Endlich fragte ihn der Hauptmann der Wache, auf sein Treiben aufmerksam geworden, freundlich, ob er hier etwas suche oder auf jemand warte. Rabbi Eisik erz&auml;hlte, welcher Traum ihn aus fernem Land hergef&uuml;hrt habe. Der Hauptmann lachte: ‚Und da bist du armer Kerl mit deinen zerfetzten Sohlen einem Traum zu Gefallen hergepilgert! Ja, wer den Tr&auml;umen traut! Da h&auml;tte ich mich ja auch auf die Beine machen m&uuml;ssen, als es mir einmal im Traum befahl, nach Krakau zu wandern und in der Stube eines Juden, Eisik, Sohn Jekels, sollte er hei&szlig;en, unterm Ofen nach einem Schatz zu graben. Eisik, Sohn Jekels! Ich kann‘s mir vorstellen, wie ich dr&uuml;ben, wo die eine H&auml;lfte der Juden Eisik und die andere Jekel hei&szlig;t, alle H&auml;user aufrei&szlig;e!’ Und er lachte wieder. Rabbi Eisik verneigte sich, wanderte heim, grub den Schatz aus und baute das Bethaus, das Reb Eisik Reb Jekels Schul hei&szlig;t.</p>
<p>„Merke dir diese Geschichte“, pflegte Rabbi Bunam hinzuzuf&uuml;gen „und nimm auf, was sie dir sagt: da&szlig; es etwas gibt, was du nirgends in der Welt, auch nicht beim Zaddik finden kannst, und da&szlig; es doch einen Ort gibt, wo du es finden kannst.‘&#8221;</p>
<p>In seinem Nachwort zu der Geschichte Rabbi Bunams sagt Martin Buber: Hier wo Du stehst, ist der Schatz vergraben. Der Schatz: mein Unverwandeltes, mein Doppelg&auml;nger oder Schatten. Paolo Coelho hat dem Motiv in seinem Alchemisten eine neue Gestalt gegeben.</p>
<p><strong>Ein Leuchten am Horizont</strong><strong></strong></p>
<p><strong>R.H.: </strong>Erleben Sie in Ihrer Arbeit auch neue F&auml;higkeiten, Keimhaftes, was auf eine neue Familienkultur hoffen l&auml;&szlig;t?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Wir haben gerade mit dem dritten Ausbildungsgang unser Diplom-Abschlu&szlig;-wochenende hinter uns. Von diesen 17 Absolventen hat jeder seinen eigenen Weg und sein eigenes Thema vorgestellt. F&uuml;r mich war es ein beeindruckendes Erlebnis, da&szlig; alle Teilnehmer ganz und gar unabh&auml;ngig und individualisiert ihr Thema gefa&szlig;t und vorgestellt haben. Alle hatten sie den Impuls, in die Selbst&auml;ndigkeit zu gehen, ganz gleich, ob sie alleinerziehend sind, eine Familie haben oder selbst in die Beratung eintreten wollen. Bei diesen Absolventen war es erlebbar, da&szlig; eine ganz individualisierte Selbst&auml;ndigkeit entwickelt wurde, durch die eine ungeheure Kraft am Horizont aufschien. Mir zeigte dies, da&szlig; immer dann, wenn der Mensch seinen ureigenen Impuls gefunden hat, eine Vielfalt von Lebensm&ouml;glichkeiten und Farben entsteht, die sich gegenseitig erg&auml;nzen. Das war f&uuml;r mich eine Ahnung dessen, was einst in der Zukunft sein k&ouml;nnte.</p>
<p><strong>R.H.:</strong> Zielt Ihre Arbeit auch umfassender auf die Zukunft der Menschheit, auf neue Formen des sozialen Lebens?</p>
<p><strong>E. Kleber: </strong>Ein Ziel ist, das Wirtschafts- und Familienleben in neuer Art und Weise zu verbinden und zu kultivieren. Ich kann mir z.B. vorstellen, da&szlig; die gesamte Vielfalt anthroposophischer Betriebe, Produzenten, Landwirte sich auf einer Art Kongre&szlig; darstellt und die Familien, die Verbraucher, dazu eingeladen werden. Dort k&ouml;nnten sich Wirtschafts- und Familienleben begegnen. Und solche Begegnungen k&ouml;nnten in der Zukunft auch zu neuen sozialen Beziehungen und Formen f&uuml;hren, die sich bis in die Architektur und den St&auml;dtebau, und damit auf das soziale Miteinander auswirken. In bezug auf die Verbindung zwischen Anbauern und Verbrauchern, zwischen H&ouml;fen auf dem Land und Stadtbewohnern, gibt es dazu ja schon an vielen Orten begeisternde Modelle, im weiteren ist es noch Zukunftsmusik. Hier suchen wir noch sehr tastend. Wir bewegen die Frage, was geschehen mu&szlig;, damit Sozial-, Familien- und Wirtschaftskultur sowie die Dreigliederung des sozialen Organismus st&auml;rker ins Leben kommen k&ouml;nnen und wie wir dazu beitragen k&ouml;nnen.</p>
<p>Andere m&ouml;gliche Entwicklungen sehe ich in der Vernetzung sinnstiftender Initiativen. Menschen im Rentenalter, die bei guten Kr&auml;ften sind, k&ouml;nnen junge Familien mit vielf&auml;ltigen F&auml;higkeiten unterst&uuml;tzen. Jugendliche finden &uuml;ber die IT-Branche den Kontakt mit Initiativen wie dem &#8220;Unternehmen Lichtblick&#8221;, einer sinnstiftenden Jugendbewegung, die eine mit allgemeinmenschlichen Idealen und Werten verkn&uuml;pfte Infrastruktur schaffen m&ouml;chte zum Austausch, gegenseitigen Helfen, gemeinsamen Projekten und Tagungen sowie Festivals und &Auml;hnlichem. Ich bin sicher, da&szlig; die Jugendlichen auf die Versch&auml;rfung der sozialen Disparit&auml;ten, auf die weltwirtschaftliche Ungerechtigkeit und den sinnlosen Verbrauch der nat&uuml;rlichen Lebensgrundlagen mit phantasievollen Initiativen reagieren werden. Hier werden in naher Zukunft vielf&auml;ltige Formen des sozialen Lebens entstehen. Mit solchen Initiativen auf dem Gebiet der Sozial- und Familienkultur wollen wir uns gerne verbinden.</p>
<p><strong>R.H.: </strong>Was l&auml;&szlig;t Sie auf solche Entwicklungen hoffen?<strong></strong></p>
<p><strong>H. Seiberth: </strong>Eine Dimension, die mit unserer Arbeit verbunden ist, zeigt sich im Bild des G&auml;rtners. Beruflich bin ich auch G&auml;rtner, deshalb kann ich gut &uuml;ber dieses Bild sprechen. Die Arbeit des G&auml;rtners verbindet sich mit meiner jetzigen T&auml;tigkeit. Als G&auml;rtner wei&szlig; ich, da&szlig; aus winzig kleinen Samenk&ouml;rnern gro&szlig;e B&auml;ume entstehen k&ouml;nnen. Eigentlich ist es unvorstellbar, angesichts eines kleinen Samenkorns, da&szlig; daraus ein riesiger Baum entstehen kann. In diesem Sinne pflanzen wir mit unserer Akademie Samen in die Welt, die dann an anderen Orten in vielen Lebensg&auml;rten hoffentlich aufgehen, wachsen, gedeihen, bl&uuml;hen und Fr&uuml;chte tragen k&ouml;nnen. Wir rechnen mit dem Licht des gro&szlig;en G&auml;rtners – dessen, den die Maria Magdalena f&uuml;r den G&auml;rtner gehalten hat –, das solche Entwicklungen beleuchten wird.</p>
<p> </p>
<p><strong>Kontakt:</strong></p>
<p> </p>
<p>Akademie-Vaihingen e.V.</p>
<p>Bahnhofstr. 8</p>
<p>71665 Vaihingen/Enz</p>
<p>tel +49-7042-941895</p>
<p>fax +49-7042-941896</p>
<p>mail:  <a href="mailto:info@akademie-vaihingen.de">info@akademie-vaihingen.de</a></p>
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